In die roten Zahlen gerutscht
SCM verfehlt eigene Planung

Das deutsch-amerikanische Technologieunternehmen SCM Microsystems ist im dritten Quartal bei einem Umsatzrückgang in die roten Zahlen gerutscht und hat damit die eigenen Ankündigungen nicht erfüllt. Zudem senkte SCM seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr.

Reuters MÜNCEHN. Vor Goodwill-Abschreibungen, Kompensation für Aktienoptionen und anderen Einmaleffekten liege der operative Verlust bei 1,3 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Plus von 0,5 Millionen Dollar erzielt worden sei, teilte die im Auswahlindex Nemax-50 des Neuen Marktes gelistete Gesellschaft am Donnerstag in München mit. Damit lag der Anbieter von Lesegeräten für Smartcards klar unterhalb der in Aussicht gestellten Spanne, die von einem Verlust von 700 000 Dollar bis hin zu einem Gewinn von 1,7 Millionen Dollar reichte. Zugleich reduzierte das Unternehmen seine Umsatzprognose für 2002 und kündigte ein Aktienrückkaufprogramm an.

Im Schlussquartal 2002 werde der Umsatz zwischen 40 und 45 Millionen Dollar liegen, teilte SCM mit. Für das Gesamtjahr ergebe sich damit ein revidiertes Umsatzziel von 169 bis 174 Millionen Dollar sowie ein operatives Ergebnis im Bereich des Break-Even bis hin zu einem Gewinn von 2,4 Millionen Dollar. Zuletzt war SCM noch von einem Umsatz zwischen 183 und 197 Millionen Dollar ausgegangen.

Im dritten Quartal schrumpfte der Konzernumsatz um zwölf Prozent auf 40,9 Millionen Dollar. Als Grund für den operativen Proforma-Verlust nannte SCM Microsystems die unbefriedigende Entwicklung im europäischen Digital-TV-Geschäft. Wegen der Wertberichtigung aktiver latenter Steuern sei es zudem zu einer Einmalbelastung von 13,8 Millionen Dollar gekommen. Damit ergebe sich ein Nettoverlust von 19,8 Millionen Dollar. Die Bewertungsänderung wirke sich aber nicht auf die Liquidität des Unternehmens aus. Diese bezifferte SCM per 30. September auf 58,0 Millionen Dollar nach 60,2 Millionen Dollar zur Jahresmitte.

Im Rahmen eines Aktienrückkaufs will SCM eigenen Angaben zufolge in den nächsten zwei Jahren Anteilsscheine im Wert von bis zu fünf Millionen US-Dollar erwerben. Ein genauer Zeitpunkt für den Rückkauf wurde nicht genannt.

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