In diesem Jahr droht das höchste Minus der Unternehmensgeschichte
Spielwarenkonzern Lego verliert gegen PC und Pokemon

Der dänische Familienkonzern muss in diesem Jahr mit Verlusten von bis zu 150 Millionen DM rechnen. Es wäre das höchste Minus in der Unternehmensgeschichte.

dpa BILLUND/KOPENHAGEN. Die dänischen Lego-Bauklötze verlieren immer weiter an Boden gegen den Computer als Kinderspielzeug und Trendartikel wie die Pokemon-Produkte. Wie am Mittwoch aus der Lego- Zentrale in Billund bestätigt wurde, muss der Familienkonzern in diesem Jahr mit Verlusten von 300 bis 500 Mill. Kronen (80 bis 150 Mill. DM) und damit dem höchsten Minus seit der Gründung in den dreißiger Jahren rechnen. Nachdem bereits im vergangenen Jahr 1 000 Stellen und damit 10 % der Belegschaft abgebaut wurden, sollen 2001 weitere 300 Mitarbeiter Lego verlassen.

Als Grund für die überraschend hohen Verluste dieses Jahres gab Konzernchef Kirk Kristiansen in der Zeitung "Berlingske Tidende" zu optimistische Erwartungen des eigenen Hauses an. Weltweit habe der Spielwarenmarkt ein "mieses Jahr" gehabt. Kristiansen sagte weiter: "Kinder werden heute früher älter. Sie spielen nicht mehr so viel im traditionellen Sinn und betreiben andere Dinge wie Videospiele, Fernsehen und Freiluftaktivitäten."

Kristiansens Stellvertreter Poul Plogmann erklärte, der Erfolg von Pokemon habe Kaufkraft von Lego abgezogen. Generell seien beide Produkte die einzigen aus dem Bereich traditionellen Spielzeugs, die sich gegen moderne Varianten aus dem PC-Bereich behaupten könnten. Lego hatte seit 1998 mit hohem Aufwand versucht, die klassischen Bauklötze mit Computertechnologie in neuen Produkten zu verbinden. Die Investitionskosten dafür hätten ebenfalls zum Minus im laufenden Jahr beigetragen, hieß es aus Billund. Für den Gesamtumsatz wird ein Rückgang von 9,8 auf 9,3 Mrd. Kronen erwartet. Bis auf 1998 und dieses Jahr hat Lego alle Geschäftsjahre mit Gewinn abgeschlossen.

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