In diesem Jahr gibt es 18 statt bisher 16 Rennen
Wetten gegen die Langeweile

Michael Schumacher wird wohl auch 2004 Formel-1-Weltmeister - die Frage ist, ob er alle 18 Saisonrennen gewinnt.

BARCELONA. Können Sie denn schon mal einen Tipp abgeben, wer Vizeweltmeister wird?" Diese Frage erreichte Michael Schumacher in Barcelona nach dem fünften Sieg im fünften Saisonrennen. Wer Weltmeister wird, steht demnach fest, Schumacher natürlich. Der wollte sich dazu allerdings noch nicht äußern: "Ich rede viel lieber über die Situation, wenn dann mal auch theoretisch und rein rechnerisch die ganze Sache vorbei ist," sagte er. Dennoch zweifelt wohl kaum jemand noch daran, dass auch der Weltmeister 2004 wieder Michael Schumacher heißen wird, dann zum insgesamt siebten Mal, zum fünften Mal hintereinander.

Bleibt nur die Frage, wann es Schumacher gelingen wird, den Titel zu holen. Wohl noch nicht in Frankreich, beim zehnten Rennen - dagegen spricht das neue Punktesystem, das einen Sieg abschwächt, da mehr Fahrer als früher Punkte bekommen. Außerdem gibt es in diesem Jahr 18 statt bisher 16 Rennen. In Hockenheim oder zumindest in Ungarn, wie 2001, das wäre schon realistischer. Die zweite Frage ist, ob es Schumacher tatsächlich gelingen könnte, das Unglaubliche zu schaffen und alle 18 Saisonrennen zu gewinnen. "Ich finde es toll, wenn er jetzt immer weiter gewinnt. Wenn diese Siegesserie anhält, dann schauen die Leute bis zum Schluss ganz gespannt zu und können wetten, ob er es schafft oder nicht", sagt Formel-1-Chef Bernie Ecclestone, "und außerdem, auch 16 oder 17 Saisonsiege, das wäre doch ein neuer, toller Rekord."

Ecclestone versucht, der Schumacher- und Ferrari-Dominanz positive Seiten abzugewinnen. Bei ihm muss die Vorstellung, die Formel 1 könne nach Meinung der großen Masse der Fans in Langeweile untergehen, die große Panik auslösen. Und die Langeweile, die ist kaum noch wegzudiskutieren. Zumal die Konkurrenz derzeit nicht das Gefühl vermittelt, stärker zu werden und auch bei der wichtigen Frage der richtigen Reifen Schumacher im Vorteil ist. In Barcelona waren die Bridgestone-Reifen denen von Michelin zumindest über die Renndistanz wieder einmal deutlich überlegen. Das zeigte sich nicht nur bei Ferrari. Auch Sauber profitierte: Giancarlo Fisichella fuhr auf Platz sieben, vor den beiden McLaren-Mercedes mit Kimi Räikkonen und David Coulthard.

In Deutschland langweilen sich die Zuschauer offenbar nicht: Über zehn Millionen Menschen sahen am Sonntag bei RTL den Sieg von Michael Schumacher. Gegenüber dem Spanien-Grand-Prix im vergangenen Jahr bedeutet das eine Steigerung um eine Million Zuschauer.

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