In drei Jahren soll jede zweite Mark im Internet verdient werden
Hewlett-Packard sieht seine Zukunft im Netz

weg STUTTGART. Das Computerunternehmen Hewlett Packard (HP) will sich auf Geschäfte rund um das Internet konzentrieren. Das erklärte der neue Vorsitzende der Geschäftsführung der Böblinger Hewlett-Packard GmbH, Rainer Geissel, in Stuttgart. Zur Zeit erziele HP rund 15 % vom Umsatz mit Geschäften im Internet, 2003 sollen es 50 % sein.



Besonders starkes Wachstum verspricht sich Geissel von Dienstleistungen, die auf das Internet gestützt sind. So werde es möglich, Eintrittskarten, Flugtickets und andere Dokumente online zu bezahlen und sich zu Hause auszudrucken. Hier sieht Geissel HP als Anbieter von Druckern und Personalcomputern in einer besonders guten Ausgangsposition.



Man könne "alles aus einer Hand" anbieten. Auch die Arbeitnehmer erwarten gute Aussichten für HP hier zu Lande. "Die Zukunft steckt im Internet", meinte ein Betriebsrats-Mitglied.



Die Konzentration auf das Internet ist Teil der Neuorientierung des Computerkonzerns, seit die Vorstandschefin Carly Fiorina vor einem Jahr ihr Amt angetreten hat. Der erste Schritt war die Abspaltung der Messtechnik-Sparte zum Ende vergangenen Jahres, die heute unter dem Namen Agilent firmiert. HP erzielte weltweit im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 125 000 Beschäftigten rund 100 Mrd. DM Umsatz.



Von der Konzentration auf Geschäfte rund um das Internet verspricht sich Deutschland-Chef Geissel einen deutlichen Wachstumsschub. Zahlen wollte er aber nicht nennen. HP-Deutschland wachse jedoch schneller als der übrige Konzern.



Auf der Bilanzpressekonferenz hatte der frühere Vorstandschef Jörg Menno Harms einen Umsatzzuwachs von 20 % angekündigt (HB v. 15.3.). Im vergangenen Jahr setzte HP-Deutschland rund 10 Mrd. DM um. Das Unternehmen wird nach Darstellung Geissels im laufenden Jahr 700 neue Mitarbeiter einstellen. Nach Abspaltung von Agilent betrug die Mitarbeiterzahl in Deutschland noch 5200.



Bei der Muttergesellschaft im kalifornischen Palo Alto hat Geissel eine veränderte Einstellung zum Standort Deutschland ausgemacht. Die Zeiten, da Deutschland wegen angeblich zu hoher Kostenbelastungen gemieden wurde, seien vorbei. Heute sehe man wieder den großen Markt und vor allem die hohe Produktivität. "Wir haben es geschafft, dass wieder Investitionen nach Deutschland kommen", sagte Geissel. Ein konkretes Investitionsobjekt nannte er allerdings nicht.

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