In einer Pflichtmitteilung dementiert der Heizungsbauer die Übernahmegerüchte
Buderus lehnt Beteiligung von Bosch ab

Der Heizungsbauer Buderus lehnt eigenen Angaben zufolge eine Beteiligung des Autozulieferers Bosch an dem Unternehmen ab. Buderus habe die Zusammenlegung der Aktivitäten in der Sparte Heizungsprodukte geprüft und keine Vorteile für das eigene Unternehmen oder die Aktionäre gesehen.

Reuters FRANKFURT. Wie das Unternehmen am Mittwoch in einer Pflichtveröffentlichung mitteillte, seien die sehr unterschiedlichen Geschäftsmodelle maßgeblich für die Entscheidung. Sie würden eher Konflikte als Synergien schaffen. Bosch wollte die Buderus-Mitteilung nicht kommentieren.

Bosch konzentriere sich beispielsweise auf kostengünstige Massenprodukte, teilte Buderus weiter mit. Der Wetzlarer Heizungsbauer hingegen strebe die Technologieführerschaft an. Außerdem vertreibe Bosch seine Produkte über fremde Großhändler, während Buderus ein eigenes Vertriebsnetz aufgebaut habe. Buderus befürchtet eigenen Aussagen zufolge bei einem Zusammenschluss der Sparten einen erheblichen Rückgang der Gewinnspannen. Durch die unterschiedlichen Vertriebswege ergäben sich zudem Verluste von Marktanteilen.

Auf die Frage, ob eine Beteiligung oder eine Übernahme von Bosch vom Tisch sei, bekräftigte ein Buderus-Sprecher die in der Pflichtmitteilung genannten Gründe für die Ablehnung des Zusammenschlusses. Mit Blick auf die Zukunft des Unternehmens sagte der Sprecher, Buderus wolle vor allem international wachsen. Der Anteil des Auslandsumsatzes solle langfristig auf mehr als 50 Prozent von derzeit rund einem Drittel steigen. Buderus setze einerseits auf organisches Wachstum, suche aber gleichzeitig unter anderem in Großbritannien und Italien nach geeigneten Übernahmekandidaten. Konkrete Pläne für Akquisitionen gebe es derzeit jedoch nicht.

Bosch kommentiert das Thema Buderus nicht

Der Bosch-Sprecher Ulrich Breitsprecher sagte auf Anfrage lediglich, dass sich die Heizungsbranche in einer Konsolidierungsphase befinde. Daher gebe es häufig Überlegungen für Zusammenschlüsse oder Übernahmen. Zum Thema Buderus wolle sich sein Unternehmen nicht äußern. Bosch hatte bereits im Juni mitgeteilt, sie suche nach Zukaufskandidaten, um die außerhalb des traditionellen Kfz-Bereichs liegenden Sparten aufzuwerten.

Die "Financial Times Deutschland" hatte am Dienstag in ihrer Onlineausgabe unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, die Übernahmegespräche befänden sich in einem frühen Stadium und könnten noch scheitern. Das Erscheinen dieses Berichtes war dem Buderus-Sprecher zufolge der Auslöser für die Veröffentlichung der Pflichtmitteilung. Dadurch habe Klarheit für die Aktionäre des im Nebenwerteindex MDax notierten Unternehmens geschaffen werden sollen.

Mehrere Börsianer konnten sich den starken Kursanstieg von Buderus-Papieren nicht erklären. Ein Händler sagte, in den Titel sei die Phantasie zurückgekehrt. Die Ablehnung des Zusammenschlusses bezeichnete er als übliches Gebaren im Rahmen von Übernahmeverhandlungen. Dieses Verhalten solle den Preis hochtreiben. Andere Marktteilnehmer verwiesen auf die Verluste der vergangenen Wochen. Von Mitte August bis vergangenen Montag büßte das Papier rund 23 Prozent seines Wertes ein.

Die Aktien des Heizungsbauers setzten ihre am Dienstag begonnene Aufwärtsbewegung am Mittwoch bei vergleichsweise hohen Umsätzen fort. Das Papier tendierte am späten Vormittag knapp unter dem Tageshoch von 24,01 Euro um 9,09 Prozent fester bei 24 Euro. Der MDax legte unterdessen 0,51 Prozent zu.

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