In Fort Bragg bereiten sich 41 000 US-Soldaten auf Einsatz vor
Warten auf den Marschbefehl

Brigadegeneral Bill Fox springt zusammen mit seinen Männern aus 240 Meter Höhe mit dem Fallschirm in die Tiefe. Dabei trägt die Truppe volle Kampfmontur.

afp FORT BRAGG. Unten am Boden betont er, diese Übung hätte auch ohne die Anschläge vom 11. September stattgefunden: "Das ist nur Training für uns, ein weiterer Tag in Fort Bragg." Fox leitet die 44. Medizinbrigade im dortigen US-Militärstützpunkt im Bundesstaat North Carolina und weiß, seine Soldaten sind für einen Einsatz bereit, "was auch immer die USA von ihnen verlangen".

In Fort Bragg lebt die Elite der Luftwaffe Seite an Seite mit Sondereinheiten, die in den vergangenen 20 Jahren in allen Konflikten mit US-Beteiligung an vorderster Front waren - sei es in Grenada, in Panama, im Golfkrieg, in Somalia oder in Bosnien. Und während die Regierung die Nation auf einen langwierigen und schwierigen Krieg vorbereitet, melden sich die Soldaten von Fort Bragg einsatzbereit. Obgleich Fox und andere Militärs die Vorbereitungen herunterzuspielen versuchen und wenig Information preisgeben, wirft der bevorstehende Krieg seine Schatten voraus.

Die Sicherheitsvorkehrungen in Fort Bragg wurden verschärft. Auch auf dem benachbarten Luftwaffenstützpunkt Pope gilt eine höhere Sicherheitsstufe, seit die US-Truppen nach den Anschlägen in New York und Washington in Alarmzustand versetzt wurden. Sogar innerhalb der Stützpunkte patrouillieren bewaffnete Wachen, die Personenkontrollen vornehmen. Blockaden und Stacheldraht versperren Zufahrtstraßen zu den umliegenden Kiefernwäldern, die sonst allen zugänglich sind.

Unter den Soldaten gibt es Veteranen aus vorherigen Kriegen: Oberfeldwebel Sherri Cherry war im Golfkrieg, in Somalia und Bosnien bereits für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Im Falle eines bevorstehenden Einsatzes muss sie ihre beiden zwei- und sechsjährigen Töchter bei Verwandten unterbringen. Ihr Mann, Stabsfeldwebel Aundrey Cherry, könnte gleichzeitig den Marschbefehl erhalten. Darauf hat die Armee Soldatenpaare vorbereitet. Doch dieser Möglichkeit sieht Sherri gelassen entgegen, schließlich hat sich ihre Organisation bereits bewährt, als sie und ihr Mann gleichzeitig nach Bosnien geschickt wurden.

Was sie erwartet, kann sie nur ahnen: Über die Rolle, die die Truppen in einem Militäreinsatz gegen die mutmaßlichen Urheber der Anschläge einnehmen werden, drang bisher nicht viel nach außen. Am vergangenen Donnerstag wurde ein Truppenkontingent bereits an einen geheimen Ort verlegt, erklärten Armeevertreter. Mehr sagten sie dazu nicht. Die im Stützpunkt verbliebenen Soldaten setzen ihr Training fort und warten ansonsten in frisch gebügelter Uniform auf den Einsatz.

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