In Kerpen wird gefeiert - aber nicht nur dort
Schumacher hat es wieder geschafft

Michael Schumacher hat sich beim Formel-1-Finale im japanischen Suzuka zum sechsten Mal den Weltmeister-Titel gesichert und ist damit der erfolgreichste Fahrer aller Zeiten.

HB SUZUKA. In einem äußerst harten und spannenden Rennen kam der Ferrari-Pilot am Sonntag auf Platz acht. Dank seines Punktevorsprungs aus den früheren Rennen genügte das für den Titel. Sein größter Konkurrent Kimi Räikkönen fuhr im McLaren-Mercedes hinter Schumachers Teamkollege Rubens Barrichello auf Platz zwei. Mit seinem sechsten WM-Gewinn übertraf Schumacher den Argentinier Juan Manuel Fangio, der sich die Trophäe in den fünfziger Jahren fünf Mal gesichert hatte und mit dem sich der Deutsche den Titel des erfolgreichsten Fahrers bislang teilte. Schumacher sagte nach dem Finale in Suzuka, er sei leer und erschöpft, aber sehr stolz. Das Rennen sei "wahrscheinlich eines meiner härtesten" gewesen.

In Schumachers Heimatstadt Kerpen bei Köln waren 2 000 Fans mitten in der Nacht aufgestanden und hatten das Rennen verfolgt. Später feierten dann mehr als 30 000 Menschen in der ehemaligen Bergarbeiter-Stadt den Sieg des 34-Jährigen.

Die Fans, von denen die meisten ganz in Ferrari-Rot gekommen waren, sahen das Rennen live auf riesigen Video-Leinwänden. "Ich hatte bis zur letzten Runde Schmetterlinge im Bauch. Es war spannend bis zum Schluss", sagte der der 25-Jahre alte Soldat und Formel-1-Fan Michael Preese.

Nachdem Schumacher als achter die Ziellinie überfahren hatte, lag er mit insgesamt 93 WM-Punkten zwei Zähler vor seinem schärfsten Widersacher Räikkönen. Die Zuschauer in Suzuka hatten bis dahin spektakuläre Überholmanöver, Beinah-Unfälle und vor allem einen Weltmeister erlebt, der bis zum Schluss erbittert um die Titelverteidigung kämpfen musste. Schumacher war auf der zunächst feuchten Strecke auf Position 14 gestartet und arbeitete sich Platz für Platz nach vorne. Der Rückschlag kam in der sechsten Runde, als der Ferrari-Fahrer das Heck von Takuma Sato im BAR-Honda berührte und erst einmal in die Box musste.

Danach nahm Schumacher die Punktejagd erneut aus dem hinteren Feld auf. Währenddessen schob sich Räikkönen mit Unterstützung seines Teamkollegen David Coulthard, der schließlich dritter wurde, von Startplatz acht aus immer weiter nach vorn. Als der Finne zwischenzeitlich das Feld anführte, sah es kurze Zeit so aus, als könne er sogar den Titel holen. Doch als Räikkönen schließlich zum Zwischenstopp in die Box musste, übernahm der lange führende Barrichello erneut die Spitze des Feldes. Sein Sieg half Schumacher schließlich beim erneuten WM-Gewinn. Der war sich nach der Kollision mit Sato auch noch mit Bruder Ralf im BMW-Williams gefährlich nahe gekommen, der das Finale als zwölfter beendete. Dessen Teamkollege Juan Pablo Montoya schied vorzeitig aus.

Vize-Weltmeister Räikkönen sagte nach dem Rennen: "Es ist nicht gerade schön, fast jedes Mal zweiter zu werden, aber wir waren in diesem Jahr einfach nicht schnell genug, um den Titel zu gewinnen."

Unmittelbar nach dem Ende des Rennens formierte sich in Kerpen ein Autokorso, der hupend durch die Stadt fuhr. "Es ist der totale Wahnsinn. Ich habe so etwas noch nie erlebt", sagte der 23 Jahre alte Lukas Czarnetzki mit Freudentränen in den Augen. "Kerpen und Michael Schumacher gehören zusammen, auch wenn er nicht mehr hier wohnt", sagte Bürgermeister Ralf Valkysers. In den nächsten Tage wolle die Stadt ihren Helden zu einem Empfang einladen. Schumacher lebt mit seiner Frau Corinna und seinen beiden Kindern in der Schweiz, kommt aber regelmäßig in seine Heimatstadt, wo sein Vater eine Kart-Bahn mit Michaels Namen betreibt.

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