In Lingen/Ems
Erstes dezentrales Atom-Zwischenlager in Betrieb

Das vor einem Monat genehmigte erste dezentrale Atommüll-Zwischenlager am Kernkraftwerk Lingen in Niedersachsen ist am Dienstag offiziell in Betrieb gegangen.

Reuters HANNOVER. Nach mehreren Dichtheits-Prüfungen und Strahlenschutzmessungen wurde nach Angaben des niedersächsischen Umweltministeriums der erste Castor-Behälter mit abgebrannten Brennstäben aus dem benachbarten Reaktor in das Zwischenlager gebracht. Damit würden von Lingen aus künftig keine Transporte mehr zur Wiederaufarbeitung ins Ausland oder in die zentralen Zwischenlager in Gorleben und Ahaus stattfinden, teilte das Ministerium mit. Pro Jahr sollen zwei bis drei Castor-Behälter eingelagert werden. Die Gesamtkapazität mit 125 Behältern wurde in der Vergangenheit von Atomkraftgegnern als zu groß bezeichnet.

Das Bundesamt für Strahlenschutz will bis Ende des nächsten Jahres insgesamt zwölf solcher dezentralen Atommüll-Zwischenlager an Kraftwerksstandorten genehmigen. Die Genehmigungsverfahren waren durch Nachuntersuchungen wegen der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA verzögert worden.

Die Lager waren vor zwei Jahren im Atomkonsens zwischen Bundesregierung und Stromwirtschaft vereinbart worden, um die Transporte von Atommüll zu verringern. Der Atomkonsens sieht vor, dass künftig die verbrauchten hochradioaktiven Brennstäbe aus den Reaktoren auf dem Kraftwerksgelände in Castor-Behältern aufbewahrt werden. Damit entfallen Transporte zur Wiederaufarbeitung ins Ausland, die von Juli 2005 an verboten sind.

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