In Meinungsumfragen führt Netanjahu vor Barak
Schwere Gefechte bei Bethlehem

Während sich die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern wieder verschärfen ist am Montag mit Benjamin Netanjahu ein hoffnungsvoller möglicher Kandidat für das Amt des Regierungschefs wieder auf die politische Bühne Israels zurückgekehrt.

ap JERUSALEM. Bei seiner Rückkehr von einem längeren Aufenthalt in den USA hielt sich der ehemalige Ministerpräsident aber noch mit Aussagen über seine politischen Absichten zurück. Auf die Fragen von Reportern auf dem Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv, ob er bei den vorgezogenen Neuwahlen im nächsten Jahr wieder für das Amt des Regierungschefs Kandidieren werde, antwortete Netanjahu ausweichend.

In Meinungsumfragen führt der rechtsgerichtete Netanjahu derzeit mit einem zweistelligen Vorsprung vor dem Amtsinhaber Ehud Barak. Zu einer möglichen Kandidatur sagte der Likud-Politiker, er habe in den USA mit vielen Freunden Israels gesprochen, die sich besorgt über die gegenwärtige Lage geäußert hätten. Er sei auch gebeten worden, wieder die Führung des Landes zu übernehmen. In nächster Zeit werde er mit Leuten aus allen Bereichen der israelischen Gesellschaft sprechen, um die richtige Entscheidung zu treffen.

Unterdessen haben Kämpfe im Westjordanland die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern erneut verschärft. Am Grab Rachels bei Bethlehem kam es am frühen Montagmorgen zu heftigen Gefechten. Israelische Kampfhubschrauber feuerten dabei Raketen auf ein nahe gelegenes Flüchtlingslager. 14 Palästinenser wurden verletzt, zwei von ihnen schwer, wie palästinensische Krankenhäuser mitteilten. Der palästinensische Präsident Jassir Arafat zeigte sich schockiert.

Israel habe mit seinem Vorgehen eine Abmachung verletzt, sagte Arafat vor seinem Amtssitz in Gaza. "Wir hatten uns darauf geeinigt, die Lage zu beruhigen", erklärte der palästinensische Präsident, der zum ersten Mal seit seiner Rückkehr aus dem Exil vor sechs Jahren in der Öffentlichkeit eine Waffe trug. Arafat begründete dies damit, dass jüdische Siedler die wichtigste Durchgangsstraße des Gazastreifens blockiert hatten, die er auf seinem Rückweg vom Emirat Katar nach Gaza passieren musste. Nach Berichten des israelischen Armeerundfunks versuchten Siedler, Arafats Konvoi mit Steinen zu bewerfen.

Über die Ursachen der Gefechte bei Bethlehem gab es unterschiedliche Angaben. Die israelischen Streitkräfte teilten mit, bewaffnete Palästinenser hätten das Rachel-Grab von drei Seiten angegriffen und offensichtlich versucht, das jüdische Heiligtum einzunehmen. Dagegen hieß es von palästinensischer Seite, die Israelis hätten auf Gläubige geschossen, die auf dem Weg zur Moschee gewesen seien.

Im Gazastreifen wurde am Montag die Leiche eines Mannes gefunden, der als Mitglied der radikalislamischen Organisation Hamas bekannt war. Die Hamas teilte mit, dass der 28-jährige Awad Silmi in der Nähe der jüdischen Siedlung Nezarim gefunden worden sei. Er sei offenbar bei der Explosion einer selbstgebauten Bombe getötet worden.

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