In Mittel- und Osteuropa wird der Dollar als Zweitwährung verdrängt
Euro gewinnt Freunde im Osten

Schon heute geht das Gebiet, in dem der Euro im täglichen Leben genutzt wird, weit über die jetzige Euro-Zone der EU hinaus. Das gilt besonders für die künftigen Mitgliedstaaten in Mittel- und Osteuropa sowie den Balkan.

BUDAPEST. Schon heute geht das Gebiet, in dem der Euro im täglichen Leben genutzt wird, weit über die jetzige Euro-Zone der EU hinaus. Das gilt besonders für die künftigen Mitgliedstaaten in Mittel- und Osteuropa sowie den Balkan. Wer etwa die Cafés und Restaurants im historischen Zentrum der slowakischen Hauptstadt Bratislava besucht, kann jederzeit mit Euro bezahlen. Er muss nur auf den Wechselkurs achten. Gleiches gilt für große Supermärkte. Ausländer entrichten ihre Haus- und Wohnungsmieten zunehmend in Euro.

Die Slowaken wiederum nutzen die eingenommenen Euro, um in Wien einzukaufen. Die österreichische Hauptstadt liegt nur 50 Kilometer von Bratislava entfernt. So mancher hat dort auch ein Bankkonto, um beim einheimischen Fiskus nicht aufzufallen.

Ähnlich im benachbarten Ungarn. In den Tankstellen an der Autobahn zwischen Wien und Budapest werden Euro akzeptiert. Mietpreise in Budapester Büro- und Einkaufszentren werden in Euro ausgewiesen. Und deutsche sowie österreichische Urlauber, die sich in den Ferienzentren rund um den Plattensee erholen, haben es in der Regel nicht mehr nötig, Euro in die Landeswährung Forint zu tauschen.

In Ländern, deren Bürger traditionell auf den Dollar als Ankerwährung fixiert waren, geht die Entwicklung in die gleiche Richtung. Lange vorbei sind die Zeiten, als der Dollar auf den polnischen Schwarzmärkten zu Höchstpreisen gehandelt wurde. In Slowenien und Kroatien sowie auf dem westlichen Balkan hat der Dollar ohnehin nie wesentliche Bedeutung gehabt.

Die unter Uno-Verwaltung stehende Provinz Kosovo, wo die Arbeitslosigkeit über 50 % beträgt, lebt zu einem großen Teil von den Überweisungen der in Deutschland und der Schweiz arbeitenden Albaner. Ebenso wie in Montenegro ist der Euro hier sogar offizielles Zahlungsmittel.

In Slowenien und Kroatien kann man an den Tank- und Mautstellen der Autobahnen in der Regel auch in Euro bezahlen. Wer in Kroatien beim PKW-Händler ein Auto kauft, wird feststellen, dass die Preise oft in Euro ausgeschrieben sind. Rund 90 % der Transaktionen in den Wechselstuben der Hauptstadt Zagreb gelten dem Tausch Euro-Kuna oder umgekehrt. Auch in Kroatien entrichten Ausländer ihre Haus- und Wohnungsmieten fast nur noch in Euro.

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