In Netzwerksparte ICN sollen rund 16 500 Stellen gestrichen werden
Unruhe bei Siemens wegen Stellenabbau

Bei Siemens sorgt der anhaltende drastische Stellenabbau in der Telekommunikationssparte für immer mehr Aufregung im Konzern. Mitarbeiteraktionäre forderten am Dienstag den Rücktritt des zuständigen Vorstandsmitglieds Volker Jung.

dpa/HB MÜNCHEN. Die Mitarbeiter würden nur noch als Dispositionsmasse angesehen, erklärte der Verein "Unsere Aktien" am Dienstag in München. Die IG Metall sprach von einem "Angriff auf die Belegschaft". Siemens will allein in seiner Netzwerksparte ICN laut bisherigen Plänen mindestens 16 500 Stellen streichen.

Hintergrund der jüngsten Turbulenzen sind Streichungspläne am Telekommunikations-Standort München. Nach Angaben der IG Metall sollen dort schon in den nächsten Wochen rund 2500 Arbeitsplätze wegfallen. "Die Firma nutzt die Urlaubszeit, um jetzt einen schnellen Schnitt zu machen", sagte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Leo Mayer. In den kommenden Wochen sollten die Vorgesetzten Namenslisten der 2500 betroffenen Beschäftigten zusammenstellen. Ab Mitte September hätten diese dann 14 Tage Zeit sich zu entscheiden, ob sie einer Überführung in eine Beschäftigungsgesellschaft zustimmen oder die Kündigung in Kauf nehmen.

Ein Siemens-Sprecher sagte, derzeit werde ein weiterer Stellenabbau bei ICN diskutiert. Die Nachfrage bei den Netzbetreibern sei nach wie vor schwach. Bei den Spekulationen am Standort München gehe es zum Großteil um Stellen, die bereits in den 16 500 verkündeten Streichungen enthalten seien.

Weltweit und in allen Bereichen hatte Siemens in diesem und im vergangenen Geschäftsjahr die Streichung von weit mehr als 30 000 Arbeitsplätzen angekündigt. Die Belegschaftsaktionäre kritisierten, gerade im Telekommunikationsbereich sei die Absatzkrise "überwiegend die Folge spekulativer Überhitzungen und schwerer Managementfehler". Es sei unverständlich, dass Siemens zwar den Informations- und Telekommunikationsbereich noch immer als Wachstumsmarkt ansehe, andererseits aber einer vorübergehenden, generellen Arbeitszeitverkürzung nicht zustimme. Die derzeitige Personalpolitik sei ein "Bruch mit allen Firmentraditionen".

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