In Osteuropa und Lateinamerika hat Linux bereits heute zehn Prozent Marktanteil
Linux-Marktanteil verdoppelt sich bis 2008

Obwohl die Zahl ausgelieferter PCs mit Linux-Software deutlich zulegen wird, gehen die Marktforscher von Gartner nur von einer langsamen Zunahme der Nutzer des kostenlosen Microsoft-Konkurrenzsystems aus.

HB MÜNCHEN. "Auch wenn es regionale Unterschiede gibt, bleibt Linux weiter einen Nischen-Betriebssystem", hieß es in einer Studie des auf die IT-Branche spezialisierten Marktforschungsunternehmens Gartner. Bis 2008 werde Linux seinen Anteil auf dem Weltmarkt auf 2,6 Prozent verdoppeln und so mit dem Apple-Betriebssystem Mac OS gleichziehen.

Der Anteil der ausgelieferten Computer mit Linux-System liege hingegen deutlich höher und werde weiter steigen. 2004 gehen die Marktforscher von fünf Prozent aus, 2008 von 7,5 Prozent. Um Lizenzgebühren an Microsoft zu sparen und die Computer preislich attraktiver zu machen, liege der Anteil in sich entwickelnden Märkten wie Osteuropa oder Lateinamerika bereits heute über zehn Prozent.

"Bei etwa 80 Prozent der in Wachstumsmärkten mit Linux verkauften PCs wird das Betriebssystem aber umgehend mit einer Raubkopie von Windows ersetzt." Hierdurch schrumpfe der Linux-Anteil wieder deutlich. Nach Einschätzung von Gartner dürfte die Verwendung illegaler Windows-Software sogar im Interesse von Weltmarktführer Microsoft sein.

"Wahrscheinlich zieht Microsoft es vor, wenn das anfängliche Betriebssystem auf einem PC eine Windows-Variante und nicht Linux ist, selbst wenn sich damit das Raubkopieren fortsetzt." Dies gelte zumindest so lange, bis Microsoft in den betroffenen Märkten dem Software-Klau wirksam entgegentreten könne.

Insbesondere in Europa hatten haben mehrere Regierungen oder Städte wie beispielsweise München sich dafür entschieden, statt auf Microsoft künftig auf Linux zu setzen. Gartner rechnet aber vorerst nicht damit, dass dies der Anfang eines Siegeszuges von Linux ist. Auch wenn das Betriebssystem an sich frei verfügbar sei, gebe es fünf Hürden. So sei mit hohen Integrationskosten vorhandener Anwendungen zu rechnen, ein Austausch mit Windows-Nutzern sei nicht möglich und für viele Geräte fehlten Treiber. Hinzu komme die Ablehnung vieler Angestellter gegenüber Linux sowie höhere Trainingskosten bei der Linux-Einführung.

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