In Sanaa überfallen und verschleppt
Deutscher Mercedes-Manager im Jemen entführt

Zum vierten Mal in diesem Jahr ist ein Deutscher in Jemen entführt worden. Der technische Leiter der Mercedes-Niederlassung in Sanaa wurde in der Nacht zum Donnerstag im Diplomatenviertel der Hauptstadt überfallen, wie ein Unternehmenssprecher der Nachrichtenagentur AFP vor Ort sagte.

afp SANAA. Nach Angaben der Polizei verschleppten bewaffnete Angehörige des Stammes Bani Dhibjane den Mann in ihr Stammesgebiet Chawlane rund 100 Kilometer östlich der Hauptstadt. Über Lösegeldforderungen wurde zunächst nichts bekannt. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin wollte sich zu der Identität des Entführten zunächst nicht äußern. Sie bestätigte lediglich, dass der Deutsche dauerhaft in Jemen lebt. Das Amt richtete einen Krisenstab ein.

Nach Informationen der Mercedes-Niederlassung wurde der Manager vor seinem Haus im Diplomatenviertel von Sanaa verschleppt, als er aus seinem Auto stieg. In dem Stadtteil leben zahlreiche Ausländer. In Jemen werden immer wieder Ausländer von jemenitischen Stämmen entführt, die die Regierung und Ölfirmen erpressen. Im Januar war ein Mitarbeiter der Firma Preussag entführt worden; seine Kidnapper ließen ihn nach einem Tag wieder frei. Im Juli war der deutsche Diplomat Rainer Berns ebenfalls in Sanaa als Geisel genommen worden. Der Handelsattaché kam zwei Monate später wieder frei. Im Juni war ein deutscher Student entführt und nach 19 Tagen wieder freigelassen worden. Seit 1993 wurden in dem Land fast 200 Ausländer entführt, unter ihnen rund 20 Deutsche. Der jemenitische Präsident Ali Abdallah Saleh hielt sich am Donnerstag zu einem Arbeitsbesuch in Berlin auf.

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