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In schlechten Zeiten: Ein kleiner Trost für die Nasdaq

New York erlebte eine Woche der Emanzipation. Die Anleger folgten nicht mehr blind jeder Analystenmeinung, sondern bildeten sich ihre Eigene. Negative Kommentare zu Computer- und Chipaktien gab es diese Woche jede Menge. Und trotzdem hieß das dann nicht immer zwangsläufig, dass die stark kritisierten Papiere auch verkauft wurden. Die Investoren gingen sehr viel ausgewählter als noch vor einiger Zeit vor. Wenn Computerwerte fielen, dann hieß das noch lange nicht, dass alle Technologiewerte in die Mühle gerieten.



Internetaktien verloren wieder kräftig - viele werden sich nie wieder erholen. Fraglich ist daher, warum die Analysten nicht früher die Anleger auf die schwierige Lage hingewiesen haben. Augenblicklich ist es oft so, dass Kaufempfehlungen erst nach schlechten Meldungen nach unten korrigiert werden. Ein bekannter Analyst aus dem Hause Merrill Lynch ist Henry Blodget. Er war oft sehr treffsicher mit seinen Aussagen. Aber auch hier stellt sich die Frage: wo war er, als die Anleger ihn brauchten.



Yahoo

, das weltweit größte Internetportal, hat in dieser Woche die mit Spannung erwarteten Geschäftszahlen vorgelegt. Das letzte Quartal lief ganz gut, aber der Ausblick für die kommenden Monate ist getrübt. Tim Koogle, Yahoo-Chef, sieht dunkle Wolken aufziehen und prognostiziert für das erste Halbjahr einen Gewinnrückgang. Allerdings weil das Unternehmen investiert hat, um Marktanteile zu gewinnen. Trotzdem verkauften Anleger die Aktie in rauen Mengen.



Nahezu unbemerkt arbeitete sich AT&T nach oben. Das größte Telekomunternehmen der USA hat in dieser Woche rund 20 Prozent gewonnen. Auch Philip Morris und Microsoft stiegen deutlich. Auch gibt es neue Fusionen am Himmel. Die Mutter von American Airlines kauft die mehr oder weniger bankrotte TWA. Und endlich ist es genehmigt: AOL schluckt Time Warner. Fast taggenau ein Jahr, nachdem die Kaufabsichten bekannt wurden, gab es von den Behörden letztes grünes Licht.



Der Dow Jones-Index verlor im Wochenvergleich gut ein Prozent auf 10 525 Zähler. Die Nasdaq stieg mal wieder seit langem in einer Woche - nämlich um neun Prozent.



Weiterhin bleibt es spannend: Nächste Woche melden unter anderem Apple, Intel, Microsoft und Boeing ihre Quartalszahlen, die sicher für genug Börsenstoff sorgen werden.

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