In Team und Einzel
Doppeltes Gold für Vielseitigkeitsreiter

Die Revanche für das „geklaute Gold“ von Athen ist geglückt: Die deutschen Vielseitigkeitsreiter haben am Dienstag in Hongkong mit einer beeindruckenden Team-Leistung Gold gewonnen. Es kam aber noch besser: Im Anschluss triumphierte Hinrich Romeike im Einzel.

HB HONGKONG. „Schatzi, wir haben sie - und dieses Mal nimmt sie uns keiner weg“, schrie Bundestrainer Hans Melzer ins Telefon zu seiner Frau, als die Revanche für das „geklaute Gold“ von Athen geglückt war. Die deutschen Vielseitigkeitsreiter hatten am Dienstag in Hongkong mit einer beeindruckenden Team-Leistung olympisches Gold gewonnen. Und Hinrich Romeike veredelte den denkwürdigen Abend in der ehemaligen britischen Kronkolonie noch mit Einzel-Gold vor der Amerikanerin Gina Miles mit McKinlaigh und der Britin Kristina Cook mit Miners Frolic. Er krönte sich auf seinem Pferd Marius zum ersten deutschen Doppel-Olympiasieger der Spiele in China.

„Wenn's läuft, dann läuft's. Das waren unsere Spiele. Das war unser Turnier“, schwärmte der Zahnarzt nach seinem zweifachen Coup. „Wir sind unglaublich Dressur geritten. Im Gelände haben unsere Pferde einen fantastischen Job gemacht. Und zum Springen braucht man gar nichs zu sagen.“ Mannschafts-Gold sei sein Traum gewesen. Der Einzel-Sieg „war das i-Tüpfelchen auf dem i-Tüpfelchen auf dem i- Tüpfelchen auf dem Sahnehäubchen“.

Zuvor hatten der „goldene Reiter“ und seine vier Teamkollegen Frank Ostholt (Warendorf), Ingrid Klimke (Münster), Andreas Dibowski (Egestorf) und Peter Thomsen (Lindwitt) endgültig das Athen-Trauma überwunden. Noch bevor der 44-Jährige als letzter Starter über die Ziellinie beim Mannschafts-Wettbewerb geritten war, rissen die anderen die Arme hoch und jubelten. „Es ist eine gute Genugtuung, uns das wieder zu holen, was man uns weggenommen hat. Jetzt haben wir ihnen das gezeigt“, sagte Melzer. „Athen hat uns zu dieser Leistung beflügelt.“

Die deutschen Reiter waren außer Rand und Band. Das blieb auch so, obwohl Ingrid Klimke mit Platz fünf und Dibowski als Achter noch eine weitere mögliche Einzel-Medaille verpasst hatten. „Es war schwer, mich noch einmal zu motivieren“, sagte Klimke nach dem Einzel.

Kollegen vom Springen und der Dressur gratulierten den erfolgreichen „Buschreitern“. „Es gab keine Proteste“, erklärte Melzer derweil seiner Frau am Telefon schon nach der Mannschafts- Wertung, während die anderen feierten. Der Schmerz von Athen, als die Reiter die aberkannten Medaillen zurückschicken mussten, war noch nicht vergessen.

„Das war spitze“, sagte Verbands-Generalsekretär Hanfried Haring jubelnd und scherzte mit Blick auf Springreiter Ludger Beerbaum: „Das macht ihr jetzt aber nach!“ Beerbaum grinste und schwärmte über die Kollegen aus der Vielseitigkeit: „Das war überzeugend. Sie haben lange von der Revanche für Athen geträumt. Das war sie - Respekt!“

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