In Thüringen drohen Streits
Tarifverhandlungen im Thüringer Einzelhandel abgebrochen

Die Tarifgespräche für den Thüringer Einzelhandel sind am Freitag in Erfurt ergebnislos abgebrochen worden. Ein neuer Verhandlungstermin wurde nicht vereinbart. Jetzt drohen in Thüringen ganztägige Streiks.

ap ERFURT. Gewerkschaftssprecher Angelo Lucifero kritisierte, dass die Arbeitgeber `null Kompromissbereitschaft" gezeigt hätten. Streitpunkt ist der Termin für die bereits für westdeutsche Länder vereinbarte Lohnerhöhung um 2,7 Prozent. Die Gewerkschaft Verdi will sie für die 60 000 Mitarbeiter des Einzelhandels in Thüringen rückwirkend ab Mai durchsetzen. Die Arbeitgeber wollen angesichts der geringen Kaufkraft in den neuen Ländern "Nullmonate" ohne Lohnerhöhung.

Lucifero sieht hinter der harten Haltung der Arbeitgeber auch den Versuch, die Tarife Ost von den Westtarifen abzukoppeln. Thüringen ist das erste der neuen Länder, wo ein Tarifabschluss anstünde. Doch auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern haben Verhandlungen begonnen, deren Ergebnisse die Thüringer Arbeitgeber offensichtlich abwarten wollen, meinte Lucifero. Die erste Tarifeinigung dürfte Signalwirkung für die drei anderen Ländern haben.

Der Verdi-Sprecher kündigte für August ganztägige Streiks für die Zeit des Sommerschlussverkaufs an. Damit sollen die Arbeitgeber veranlasst werden, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Außerdem werde es weitere kurzzeitige Warnstreiks geben.

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