In Weltrekordzeit zu 100-Meter-Gold
Einer flog durchs Vogelnest

Was für eine spektakuläre Show: Usain Bolt ist in fast erschreckend überlegener Manier zur Goldmedaille über 100 Meter gesprintet. Der Jamaikaner pulverisierte dabei geradezu seinen eigenen Weltrekord in der Königsdisziplin der Leichtathletik. Die Konkurrenz lief dem 21-Jährigen, der seine Gegner schon 20 Meter vor dem Ziel demütigte, staunend hinterher.

HB PEKING. Leicht und locker wie im Reggae-Rhythmus hat Usain Bolt in unglaublichen 9,69 Sekunden eine ganze Insel verzückt und die Sportfans weltweit in Staunen versetzt. Als erster Jamaikaner schenkte der 21-Jährige seinen 2,7 Millionen Landsleuten am Samstag Olympia-Gold im 100-Meter-Sprint. Der Fabelweltrekord als Zugabe machte den heißen Sommerabend im „Vogelnest“ von Peking perfekt und die Freude grenzenlos. Mit Beifallsstürmen feierten die 91 000 Zuschauer im ausverkauften Nationalstadion den schnellsten Mann der Welt, der mit der jamaikanischen Fahne eine Runde um die Anzeigetafel mit der magischen „9.69“ drehte.

„Ich wusste, dass es so passieren würde. Das sind schon gute Jungs, die mithalten - da muss man schon einiges bieten“, sagte der noch atemlose „Lightning Bolt“ (Blitz) nach seinem krachenden Einschlag in die Geschichtsbücher. Olympiasieger. Schon nach 80 Metern nahm der Held des Abends den Schnellgang heraus, drehte sich halb zur düpierten Konkurrenz um und tänzelte dann in seinen goldenen Schuhen mit ausgebreiteten Armen ins Ziel. Mit einer Wahnsinns-Überlegenheit löschte Gold-Bolt im Finale seine erst vor kurzem aufgestellte bisherige Bestmarke (9,72) aus und entzündete in der Karibik ein Feuer der Begeisterung.

Der neue Olympiasieger, den Trainer Glen Mills erst eine Woche vor Beginn der Spiele zum Start über 100 Meter „freigegeben“ hatte, war auch nach dem Zieldurchlauf nicht zu bremsen. Bolt lief gleich durch bis zum 200-m-Start, um seine dort versammelte Familie zu herzen. Mit den goldenen Schuhen in der linken und einer Flagge seines Heimatlandes in der rechten Hand tanzte er anschließend in der Kurve vor der Zielgeraden Reggae.

Auch Silbermedaillengewinner Richard Thompson aus Trinidad und Tobago, zwei Zehntel hinter Bolt im Ziel, konnte nur noch staunen: „Der Rekord von Usain - Wahnsinn! Das ist ein fantastischer Athlet.“ Dritter wurde der Amerikaner Walter Dix (9,91). Ex-Weltrekordler Asafa Powell durfte sich nur für Bolt freuen, mehr als Platz fünf war für den zweiten Jamaikaner in 9,95 Sekunden nicht drin.

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