INA: Ab Montag können FAG-Aktionäre zu 11 Euro je Aktie verkaufen
FAG Kugelfischer empfiehlt Aktionären Ablehnung des INA-Angebots

Einen Tag nach dem überraschenden Übernahmeangebot der INA-Holding für die FAG Kugelfischer AG hat der Schweinfurter Wälzlagerhersteller seinen Aktionären eine Ablehnung der Offerte empfohlen.

rtr/dpa SCHWEINFURT. Das Angebot von elf Euro je Aktie sei unzureichend, sagte Unternehmenschef Uwe Loos am Dienstag in Schweinfurt. "Nach einer ersten Prüfung des INA-Angebots raten wir unseren Aktionären dringend, die Aktien nicht zu dem gebotenen Kaufpreis abzugeben." Das Angebot von INA werde als "feindliche Übernahmeofferte" eingestuft und würde für die Aktionäre eine Schwächung bedeuten. "Ich kann unseren Aktionären nur raten, die Anteile an unserem Unternehmen nicht zu verschleudern."

Aktueller Stand der FAG-Aktie

Der Familienkonzern INA hatte am Montag überraschend ein Übernahmeangebot von 11 Euro je Aktie angekündigt. Laut Medienberichten handelt es sich um den ersten größeren feindlichen Übernahmeversuch seit dem Kauf von Mannesmann durch Vodafone. Gelingt die Übernahme, würde laut INA der drittgrößte Wälzlagerkonzern der Welt entstehen. Der Aktienkurs von FAG Kugelfischer legte am Dienstag um fast 50 % auf zeitweise 10,70 Euro zu. Damit war die Aktie mit weitem Abstand stärkster Wert im MDAX. Am Montag war der Handel wegen der Übernahme-Offerte ausgesetzt worden.

Die IG Metall fürchtet Jobabbau im Zuge einer Fusion

Nach dem Übernahme-Angebot des fränkischen Wälzlager-Herstellers INA für seinen Konkurrenten FAG Kugelfischer will die IG Metall einen möglichen Arbeitsplatzabbau verhindern.Die feindliche Übernahme dürfe nicht zu einem beschäftigungspolitischen Desaster für die Mitarbeiter beider Unternehmen werden, teilte die Gewerkschaft am Dienstag in Schweinfurt mit. Feindliche Übernahmen seien grundsätzlich ein ungeeignetes Mittel, die zukünftigen Probleme der Wälzlagerbranche zu bewältigen. Daher solle ein Strategiepapier gegen einen möglichen Stellenabbau erarbeitet werden. Der FAG-Aktienkurs sprang nach der Kaufofferte am Dienstag um fast die Hälfte in die Höhe.

Verkauf soll Montag starten

Von kommenden Montag an sollen die FAG-Aktionäre fünf Wochen lang für elf Euro pro Anteilsschein ihre Aktien an den Familienkonzern INA-Holding Schaeffler KG (Herzogenaurach) verkaufen können. INA will die Übernahme aber nur realisieren, wenn man die Kontrolle über 75 % der Anteile bekommt. Bei einer vollständigen Übernahme sei für FAG ein Rückzug von der Börse möglich.

Der Chef der INA-Geschäftsleitung, Jürgen M. Geißinger, wertete das geplante Angebot nicht als feindliche Übernahme. Die Entscheidung liege bei den Aktionären der FAG Kugelfischer Georg Schäfer AG. Allerdings wurde das Übernahmeangebot ohne Unterstützung des FAG- Vorstands präsentiert. Dieser kündigte am Montag lediglich an, die Offerte zu prüfen. Danach werde eine Empfehlung im Interesse der Aktionäre, des Unternehmens und der Mitarbeiter abgegeben. Am Dienstag war bei FAG niemand für eine weitere Stellungnahme zu erreichen.

FAG-Aktien zumeist im Streubesitz

Die Aktien von der Schweinfurter FAG Kugelfischer sind zumeist in Streubesitz. Kleinaktionäre halten rund 68 % der Anteile. Größter Einzelaktionär ist mit rund 6,5 % Fritz Schäfer, Mitglied der Eigentümerfamilie und Aufsichtsrats. Eine 100-prozentige Übernahme des Wälzlagerherstellers würde INA rund 670 Mill. ? (1,3 Mrd DM) kosten.

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