INA will nach einer möglichen Übernahme keine FAG-Standorte schließen
Zerschlagung von FAG ist "völliger Quatsch"

Der Wälzlager-Hersteller INA will nach einer möglichen Übernahme seines Konkurrenten FAG Kugelfischer keine Standorte schließen. "Wir wollen mit den FAG-Mitarbeitern zusammen arbeiten", betonte der INA-Chef, Jürgen M. Geißinger in Herzogenaurach.

dpa HERZOGENAURACH. Eine mögliche Zerschlagung des Schweinfurter Konzerns bezeichnete der INA-Chef am Dienstag als "völligen Quatsch". "Wir zahlen doch nicht erst einen hohen Preis, um dann zu zerschlagen", sagte er. Eine 100- prozentige Übernahme von FAG würde das Familienunternehmen nach eigenen Angaben mindestens 670 Millionen Euro kosten.

Die geplante feindliche Übernahme von INA hat nach Angaben des FAG-Betriebsrates "große Unsicherheit" unter der Belegschaft ausgelöst. Zu befürchten sei, dass die FAG-Standorte im INA-Konzern nur noch eine untergeordnete Rolle spielten. Zudem bestehe die Gefahr, dass das vorhandene Know How der FAG nicht mehr weiterentwickelt werde. Dem Vorstand der FAG Kugelfischer Georg Schäfer AG warf Geißinger dagegen "Stimmungsmache" unter den Mitarbeitern vor. Bei einer erfolgreichen Übernahme von FAG Kugelfischer soll die Unternehmensleitung nach Angaben von Geißinger in der bisherigen Konzern-Zentrale im unterfränkischen Schweinfurt bleiben. Die unternehmerische Führung will INA dagegen an sich nehmen.

Die INA-Holding Schaeffler KG hält nach eigenen Angaben bereits knapp 20 Prozent an FAG. Weitere Zukäufe über die Börse wollte Geißinger am Dienstag nicht ausschließen. Der Kurs der im MDax notierten FAG-Aktie lag am Nachmittag mit 0,37 Prozent leicht im Minus bei 10,70 Euro. Seit vergangenem Montag gilt das Kaufangebot der INA an die FAG-Aktionäre von 11 Euro je Anteilsschein. "Wir glauben, dass wir mindestens 75 Prozent der Aktien erhalten", sagte Geißinger. Das Angebot gilt bis zum 22. Oktober. Probleme mit den Kartellbehörden, die der Übernahme zustimmen müssen, sieht INA-Chef Geißinger nicht.

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