INA zeigt sich zuversichtlich
FAG Kugelfischer lässt Abwehrstrategie vermissen

Im Übernahmepoker mit dem Konkurrenten INA will der Vorstand der FAG Kugelfischer AG bis Mitte Oktober seine Karten auf den Tisch legen. Das Management arbeitet an zwei Optionen, um das feindliche Angebot abzuwehren. Experten schätzen die Chancen von FAG jedoch als relativ gering ein.

hz/jojo FRANKFURT/M. Der Wälzlager-Konzern FAG Kugelfischer AG will das feindliche Übernahmeangebot des Konkurrenten INA mit einem Gegenvorschlag an die Aktionäre abwehren. Der Vorstand hofft, in spätestens drei Wochen ein Alternativangebot zur unerbetenen Übernahme-Offerte vorlegen zu können, sagte FAG-Chef Uwe Loos am Donnerstag in Frankfurt.

Das Management arbeite an zwei Optionen, die den Aktionären einen höheren Wert als das INA-Angebot bieten. Dies könnten nach Worten von Loos die Ausschüttung einer Sonderdividende oder die Präsentation eines höheren Gegengebots durch einen anderen Investor sein.

Die INA Holding Schaeffler KG will FAG zu 11 Euro je Aktie übernehmen, was FAG vehement ablehnt, weil es nicht dem Unternehmenswert entspreche. Das Angebot von INA läuft bis zum 22. Oktober.

Die Franken wollen mit der Übernahme den zweitgrößten Kugellagerhersteller der Welt mit 6,4 Mrd. Euro Umsatz und 54 000 Mitarbeitern schaffen. Der Familienkonzern hält bereits 20 % an FAG. Nach Angaben aus Bankenkreisen soll knapp ein Drittel der FAG-Aktien in Depots von Dresdner-Bank-Kunden liegen, die das INA-Übernahmeangebot zusammen mit der Deutschen Bank unterstützt.

Management will der Übernahme nicht tatenlos zusehen

Das FAG-Management will der Übernahme aber nicht tatenlos zusehen. "Wir führen derzeit zügig verlaufende Gespräche mit Finanzinvestoren und Unternehmen", sagte Loos. Eine detaillierte Abwehrstrategie legte der Vorstandschef allerdings nicht vor. Zum einen habe dafür die Zeit kaum ausgereicht, zum anderen wolle sich FAG auch nicht in die Karten blicken lassen, hieß es.

"Wir sind mehr denn je optimistisch, dass die Aktionäre unser Angebot annehmen", zeigte sich INA gestern dennoch zuversichtlich, die Mehrheit bei FAG zu ergattern. "Herr Loos wird kaum einen Investor finden, der bereit ist, sich neben uns, als derzeit größtem Aktionär, an der FAG mit einem Angebot von über elf Euro je Aktie in bar zu beteiligen", betonte INA-Chef Jürgen Geißinger.

Auch die Analysten zeigten sich skeptisch, dass FAG einen alternativen Plan präsentieren könne, rieten aber dazu, abzuwarten. Überzeugungskraft hätte aber nur eine deutlich über 11 Euro liegende Bar-Offerte, hieß es. "Wenn jemand daran heiß interessiert gewesen wäre, würde das nicht so lang dauern", sagte Eggert Kuls von der Privatbank M.M. Warburg in Hamburg. "Jeder Tag, den man verliert, bringt INA dem Ziel näher."

Welche Rolle der FAG-Kooperationspartner, der japanische Wälzlagerhersteller NTN, Osaka, spielen könnte, ließ Loos offen. Er verwies nur darauf, dass bei der vereinbarten strategischen Allianz mit NTN eine finanzielle Beteiligung nicht ausgeschlossen sei.

Die FAG-Aktie konnte gestern an der Börse zulegen und kletterte zeitweise auf bis zu 11,10 Euro. FAG taxiert den eigenen Wert mit "mehr als 12 Euro".

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