Incentive Capital kann keinen Antrag durchbringen
Sulzer wehrt feindliche Übernahme ab

Im Kampf um den Schweizer Technologiekonzern Sulzer hat die bisherige Konzerführung das feindliche Übernahmeangebot der Beteiligungsgesellschaft Incentive Capital abwehren können.

Reuters WINTERTHUR. Auf der Generalversammlung am Donnerstag nahmen die Aktionäre alle Anträge des Sulzer-Verwaltungsrates mit deutlicher Mehrheit an. Incentive Capital um den Financier Rene Branginsky und den früheren Chef der Deutschen Bundesbank, Karl Otto Pöhl, konnte keinen ihrer Anträge durchbringen.

Insbesondere gelang es Incentive nicht, eigene Vertreter in den Verwaltungsrat des Schweizer Traditionskonzerns wählen zu lassen. Auch die Aufhebung der restriktiven Eintragungsvorsachriften lehnten die Aktionäre ab.

Damit, so liess Incentive-Chef Braginsky erkennen, dürfte die Übernehme-Offerte gestorben sein. Formell will der Incentive-Verwaltungsrat darüber zwar erst in den nächsten Tagen befinden. Aber selbst Braginsky zweifelte am weiteren Sinn der weiteren Offerte. "Unter den gegebenen Umständen glaube ich aber kaum, dass wir die Offerte durchziehen," sagte er.

Für die Sulzer-Verwaltung war es nicht der erste Übernahmeversuch, der erfolgreich abgewehrt wurde. Der alles in allem für die Aktionäre eher schlecht rentierende Mischkonzern hatte immer wieder Übernahme-Interessenten auf den Plan gerufen, die davon ausgingen, dass die Summe der Teile - im Falle eines Verkaufes - mehr wert seien als der Konzern als ganzes.

Sulzer-Verwaltung hat Routine in der Abwehr Übernahme Versuchen

Doch die Sulzer-Verwaltung gewann auch Routine in der Abwehr von Übernahme-Versuchen. An der Aktionärsversammlung in Winterthur nahmen knapp 1700 Aktionäre teil, die ein wenig mehr als 40 Prozent des Aktienkapitals vertraten. Sulzer kennt nur Namenaktien und nur Aktionäre, die im Register eingetragen sind kann an Aktionärsversammlungen teilnehmen.

Zuletzt lag der so genannte Dispo-Bestand, also der Anteil der nicht eingetragenen Aktien bei 32 Prozent. Die Bank ABN-Amro beklagte sich, dass sie mit einem Aktienpaket von 3,5 Prozent aus dem Aktionärsregister entfernt worden sei, weil sie nicht zu Sulzers Zufriedenheit darlegen konnte, in wessen Namen die Bank das Paket hielt. Für eine gerichtliche Klärung der Frage reichte die Zeit nicht mehr. Zu Beginn der Generalversammlung legte ein Rechtsvertreter für ABN formell Einspruch gegen die Generalversammlung ein.

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