Independence-Day in Amerika
US-Börsen bleiben zu

Die US-Aktienmärkte bleiben am Donnerstag wegen eines Feiertages (Unabhängigkeitstag) geschlossen. Am Freitag öffnen die Börsen zu gewohnten Zeiten. Gestern hatten die Börsen zum Schluss in den grünen Bereich gedreht.

Reuters NEW YORK. Käufe auf dem ermäßigten Kursniveau haben den US-Aktienbörsen am Mittwoch bei ruhigem Vorfeiertagshandel in der Schlussphase des Geschäfts zu leichten Kursgewinnen verholfen. Händlern zufolge wurde die Trendwende in den letzten Minuten des Handels von Technologiewerten angeführt. Nach Angaben von Händlern sind damit aber nicht die Sorgen über niedrige Unternehmensgewinne, schleppendes Wirtschaftswachstum und fragwürdige Bilanzpraktiken von US-Firmen beseitigt. Die Investoren warteten nur auf den nächsten großen Bilanzskandal. Für Verunsicherung sorgten zudem Befürchtungen vor möglichen Anschlägen in den USA am verlängerten Unabhängigkeitstag-Wochenende ab Donnerstag dieser Woche.

Der Standardwerte-Index Dow-Jones kletterte über die Marke von 9000 Punkten zurück. Er gewann 0,52 Prozent auf 9054,97 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte um 1,64 Prozent vor auf 1380,10 Punkte, nachdem er am Vortag auf den tiefsten Stand seit rund fünf Jahren gefallen war. Der breiter gefasste Standard & Poor's 500-Index legte 0,62 Prozent auf 953,98 Zähler zu. Am Dienstag hatte der Index auf dem niedrigsten Niveau seit viereinhalb Jahren geschlossen.

"Die Verkäufer haben getan was sie konnten, aber es gibt derzeit keinen weiteren Impuls, um den Markt weiter nach unten zu drücken", sagte Robert Cohen von Credit Suisse First Boston. Händlern zufolge haben die im bisherigen Tagesverlauf veröffentlichten Konjunkturdaten kein einheitliches Bild geboten und somit zu der Achterbahnfahrt der Kurse nach der freundlichen Markteröffnung beigetragen. "Die Wirtschaft erholt sich definitiv, aber sie beschleunigt sich nicht", sagte Charles Payne vom Haus Wall Street Strategies. Zwar sank die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe in der Woche zum 29. Juni auf 382.000 von 393.000 in der Vorwoche und der Auftragseingang bei der US-Industrie wuchs im Mai um 0,7 Prozent, doch fiel der ISM-Serviceindex im Juni überraschend stark auf 57,2 von 60,1 Punkten im Mai.

Zur pessimistischen Einschätzung der US-Unternehmensgewinne trug nach Angaben von Händlern der Chip-Hersteller AMD bei, dessen Aktien um 9,66 Prozent Prozent auf 7,95 Dollar absackten. AMD hatte zuvor zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen seine Umsatzprognose für das zweite Quartal reduziert. Mehr als 13 Prozent schwächer notierten die Anteilsscheine des Softwareunternehmens i2 Technologies mit 1,31 Dollar. i2 hatte am Dienstagabend von einem deutlich höheren Netto-Verlust gesprochen. Zudem werde der Umsatz im zweiten Quartal hinter den Erwartungen zurückbleiben. Daraufhin stufte UBS Warburg die Aktie auf "Sell" von "Hold" herunter.

Auch Biotechnologie-Aktien fielen erneut zurück, nachdem Deutsche Bank Securities ihre Einstufung für Genentech Inc auf "market perform" von "buy" zurückgenommen hatte. Der Wert verlor 5,48 Prozent auf 28,32 Dollar. Deutliche Einbußen habe auch General Electric hinnehmen müssen, weil die Investoren nach den Bilanzskandalen bei US-Unternehmen der jüngsten Vergangenheit misstraurisch seien, hieß es im Handel. GE wurde um 2,28 Prozent auf 27,46 Dollar zurückgestuft.

Einen Lichtblick lieferte Händlern zufolge WorldCom, deren Aktien um 100 Prozent auf 0,20 Dollar sprangen, nachdem sich der neue Chef des Unternehmens für die Fehlbuchungen in der WorldCom-Bilanz entschuldigt hatte. Analysten zögerten indessen, dem Tag vor dem Independence-Day große Bedeutung beizumessen. Sie verwiesen darauf, dass der Bondmarkt am Mittwoch vorzeitig schließt und viele Händler auch die Aktienbörsen vorzeitig verließen. Am Donnerstag bleiben die US-Finanzmärkte wegen des Feiertages geschlossen. Am Freitag endet der Handel an den US-Aktienbörsen vorzeitig gegen 19.00 Uhr MESZ.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,5 Milliarden Aktien den Besitzer. 1249 Werte legten zu, 1979 gaben nach, und 174 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,66 Milliarden Aktien 1516 im Plus, 1927 im Minus und 239 unverändert.

An den US-Kreditmärkten verloren die richtungweisenden zehnjährigen Staatsanleihen in einer verkürzten Sitzung 6/32 auf 100-28/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,76 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben 4/32 auf 98-28/32 Zähler ab bei einer Rendite von 5,45 Prozent.

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