Index des Conference Board
Zuversicht der US-Verbraucher ungebrochen

Das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes hat sich weiter gefestigt. Das zeigt der am Dienstag veröffentlichte Verbrauchervertrauens-Index des privaten Forschungsinstituts Conference Board, der im Juni praktisch unverändert blieb.

Reuters NEW YORK. Volkswirten zufolge sind die Konsumenten in der weltgrößten Volkswirtschaft weiterhin grundsätzlich zuversichtlich. Für eine gewisse Zurückhaltung sorge aber die angespannte Lage am Arbeitsmarkt. Einen eindeutigen Hinweis auf das Ausmaß der für Mittwoch erwarteten Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) lieferten die Daten nach Einschätzung von Volkswirten indes nicht. Die US-Börsen reagierten vorübergehend mit Kursgewinnen auf die Zahlen. Auch der Dollar zog zum Euro an.

Der Verbrauchervertrauens-Index lag im laufenden Monat mit 83,5 Punkten nur geringfügig unter dem Mai-Wert von 83,6 Zählern, wie das Conference Board mitteilte. Der Index fiel allerdings etwas besser aus als von Analysten erwartet. Diese hatten im Durchschnitt einen Index-Rückgang auf 82,4 Punkte prognostiziert.

"Tatsächlich sind die Verbraucher in den vergangenen drei Monaten zunehmend optimistischer geworden", erklärte Conference-Board-Experte Lynn Franco. "Der jüngste Trendumschwung am Aktienmarkt und die nachlassende Zahl von Anträgen auf Arbeitslosenhilfe dürften die Erwartungen der Verbraucher auf dem aktuellen Niveau stützen und auf eine günstigere wirtschaftliche Entwicklung in der Zukunft hindeuten." Joe Lavorgna, Volkswirt bei Deutsche Bank Securities, ergänzte: "Die Leute haben ein gutes Gefühl, was die Zukunft angeht, aber sie brauchen Hinweise auf eine Belebung des Arbeitsmarktes."

Was der Index für den bevorstehenden Zinsbeschluss der Fed bedeutet, wurde von Experten unterschiedlich bewertet. "Er zeigt wirklich nichts Neues", sagte Jade Zelnik von RBS Greenwich Capital Markets. Die Daten werden ihren Worten zufolge daher vermutlich keinen Einfluss auf die Entscheidung der Währungshüter haben. Eine andere Einschätzung äußerte Lara Rhame von Brown Brothers Harriman. "Für mich spricht diese Zahl nur für einen Viertel Prozentpunkt, weil ich denke, dass es bedeutsam ist, dass dieser Wert selbst angesichts des sehr schwachen Arbeitsmarktes stabil geblieben ist", sagte Rhame. An den Finanzmärkten gilt es als ausgemacht, dass die Fed bei ihrem geldpolitischen Treffen am Mittwoch eine Zinssenkung beschließen wird. Anleger und Finanzexperten sind sich allerdings uneins, ob sich die Währungshüter für eine kräftige Reduzierung des Leitzinses von derzeit 1,25 % um 0,5 %punkte oder eine moderate um 0,25 %punkte entscheiden.

Der auf der Befragung von rund 5000 Haushalten beruhende Verbrauchervertrauensindex des Conference Board gilt als wichtiger Indikator für die künftige Entwicklung der Konsumausgaben, die rund zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen. Der Erwartungsindex stieg im Juni den Angaben nach auf 95,9 Zähler von revidiert 94,5 Punkten. Der Index der gegenwärtigen Bedingungen fiel dagegen auf 64,9 nach revidiert 67,3 Zählern im Mai.

Der vor knapp zwei Wochen veröffentlichte Verbrauchervertrauens-Index der Universität Michigan für Juni war überraschend zurückgegangen. Volkswirte hatten dies vor allem auf die Angst der Konsumenten vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes oder vor Gehaltseinbußen zurückgeführt. Im Mai war die Zuversicht der Verbraucher nach dem raschen Ende des Irak-Kriegs noch kräftig gestiegen.

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