Index fehlt notwendige Marktbreite
TecDax - Solider Start, wenig Händler-Interesse

Verhalten optimistisch fällt die Bilanz nach zwei Wochen TecDax aus. "Die Performance des Nemax-50-Nachfolgers ist zufriedenstellend, großen Verkaufsdruck haben wir nicht mehr beobachtet", ao ein Händler.

vwd FRANKFURT. Zwar müsse immer bedacht werden, dass der TecDax-Vorgänger Nemax-50 in den vergangenen Jahren einen beispiellosen Niedergang erlebt hat, aber immerhin dürfte das Potenzial nach unten ausgeschöpft sein. Der TecDax befinde sich derzeit in einer Bodenbildungsphase, die bereits vom Nemax-50 eingeleitet worden sei. Insofern seien die Startbedingungen für den neuen Index nicht schlecht. Eine nachhaltige, über eine technische Reaktion hinausreichende Erholung sei aber wohl erst im Zuge einer Konjunkturerholung möglich.

Derzeit leide der TecDax noch etwas unter dem selektiven Interesse der Anleger, gibt ein Händler zu bedenken: "Die Investoren konzentrieren sich auf wenige große Werte wie Singulus und T-Online." Damit fehle dem Index, genau wie schon dem Vorgänger Nemax-50, die notwendige Marktbreite. Zudem gebe es zwischen den Schwergewichten und dem Rest des Marktes ein enormes Gefälle. Im Grund werde die TecDax-Entwicklung von wenigen Titeln bewirkt, während Veränderungen bei den kleineren Werten kaum ins Gewicht fielen.

Die Neigung der Anleger zum Stock-Picking führe dazu, dass der TecDax "als Produkt" weniger Aufmerksamkeit genießt als der Nemax in seiner frühen Phase. "TecDax-Werte werden als Portfolio-Beimischung gesehen, doch eine konsequente Ausrichtung auf den Index hin gibt es nicht", meint ein Händler. Die Zeiten, als jede Fondsgesellschaft ihren eigenen Neuer-Markt-Fonds im Angebot hatte, seien wohl endgültig vorbei. In der derzeitigen Situation sei kaum davon auszugehen, dass die Gesellschaften mit speziellen TecDax-Fonds auftreten. Dafür sei auf Anlegerseite das Bewußtsein der Skandale und Pleiten, die den Neuen Markt in den vergangenen Jahren erschütterten, einfach noch zu groß.

Außerdem habe der Kursverfall an den internationalen Märkte den Fokus der Anleger wieder stärker auf die großen Werte gelenkt, da hier das Chance-Risiko-Verhältnis derzeit einfach so gut sei, dass "Experimente" mit kleineren, illiquiden Titeln vermieden würden. Sollten Dax und Euro-Stoxx sich in den kommenden Monaten jedoch nachhaltig erholen, werde auch der TecDax im Zuge wachsender Risikobereitschaft der Anleger wohl wieder größere Aufmerksamkeit erlangen.

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