Index gilt als weniger martkbewegend
Telekom-Werte vom Abstieg aus dem Euro-Stoxx-50 bedroht

Von der Anpassung der Blue-Chip-Indizes der Stoxx-Familie am kommenden Montag werden vermutlich vor allem die Aktien von Telekom-Gesellschaften betroffen, schätzen Analysten. Die Entscheidung soll heute abend nach Börsenschluss fallen.

vwd FRANKFURT. Sie rechnen damit, dass KPN aus dem Euro-Stoxx-50 fällt. Ersetzt werden könnte das Unternehmen durch Saint Gobain. France Telecom und Marconi könnten aus dem Stoxx-50 fallen. Dieser Index gilt jedoch als weniger marktbewegend, weil Fonds sich in erster Linie nach dem Euro-Stoxx-50 richten. Insgesamt sind 360 Mrd EUR in Fonds angelegt, die sich an den Indizes orientieren, 92,5 Mrd EUR folgen den Barometern passiv.

Nur das Ausscheiden von Marconi gilt unter Experten jedoch als sicher. Für Marconi gelten Unilever als Nachfolgekandidaten, für France Telecom die Titel des Versorgers Suez . Als ebenfalls abstiegsgefährdet aus dem Euro-Stoxx gilt Alcatel . Hier sei die Wahrscheinlichkeit des Ausscheidens aber deutlich geringer, so ein Analyst. Mit großen Auswirkungen auf die Märkte rechnen die meisten Analysten nicht. "Wenn es nur Marconi trifft, gibt es sicher keine größeren Verwerfungen", sagt ein Beobachter. Marconi zählt zu den Telekomausrüstern mit den größten Schwierigkeiten in Großbritannien. Das Ausscheiden von France Telecom würde aber psychologische Bedeutung haben. Das Ausscheiden einer großen europäischen Telefongesellschaft aus einem so wichtigen Index werde sicher auch die Stimmung für die Deutsche Telekom belasten, sagt er.

Diese Einschätzung teilen jedoch nicht alle Beobachter. "Ich rechne nicht damit, dass die Änderungen überhaupt große Auswirkungen auf den deutschen Markt haben werden," sagt ein Analyst. Viel wichtiger sei das Auslaufen der Lock-up-Periode für Voicestream-Aktionäre. Am Montag werde die Entscheidung über die Veränderungen vor allem Ausschläge durch sehr kurzfristig orientierte Händler zur Folge haben, aber kaum langfristige Bewegungen. "Die möglichen Veränderungen sind schon so lange bekannt, dass die Leute Zeit hatten, sich drauf einzustellen", urteilt ein Beobachter.

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