Index misst Stimmung der Großinvestoren am Neuen Markt: Börse bietet Privatanlegern ein neues Analyseinstrument an

Index misst Stimmung der Großinvestoren am Neuen Markt
Börse bietet Privatanlegern ein neues Analyseinstrument an

Von heute an hat die Deutsche Börse AG einen neuen Index für den Neuen Markt im Programm. Wie die Betreibergesellschaft am Donnerstag bekanntgab, können sich die Anleger künftig jeden Freitag vor Handelsbeginn auf den Seiten der Deutschen Börse ein Bild von der Stimmung unter den Großinvestoren am Neuen Markt machen.

ant FRANKFURT/M. Diese beantworten der Börse einmal wöchentlich die Frage, ob sie in den folgenden 30 Tagen mit einem steigenden, einem fallenden oder einem gleichbleibenden Nemax 50 rechnen. Ein Vergleich der Ergebnisse dieses Stimmungsbildes mit der tatsächlichen Entwicklung des Kursbarometers zeigt jedoch die Schwierigkeit auf, aus den Daten die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Nur in Zeiten einer langen Seitwärtsbewegung könnten die Erwartungen der Marktteilnehmer als richtungsweisender Indikator gewertet werden, erläuterte Joachim Goldberg, Chef der an der Indexberechnung beteiligten Finanzmarktforschungsgesellschaft Cognitrend. Ein Börsentrend zeichne sich dagegen gerade dadurch aus, dass die Kurse sich entgegengesetzt zur Marktstimmung bewegten. Der Sentiment-Index müsse deshalb je nach Marktphase als Indikator oder Kontraindikator gelesen werden.

Um den Anlegern die alles andere als simple Interpretation des neuen Indizes zu vereinfachen, stellt die Deutsche Börse auf ihren Internetseiten nicht nur die aktuellen Daten zur Verfügung, sondern auch eine von Cognitrend erstellte Auswertung. Goldberg zufolge liegt der besondere Wert des janusköpfigen Prognoseinstrumentes darin, dass die 300 befragten privaten und institutionellen Marktteilnehmer ausnahmslos hohe Summen in den Neuen Markt investiert haben. Ihre Einschätzung sei aus diesem Grunde der Spiegel ihrer Positionen. Rückblickend interpretierte er den plötzlich schwindenden Optimismus der Umfrageteilnehmer Mitte Oktober vergangenen Jahres etwa als Ausdruck dafür, dass viele der Befragten die anhaltende Kurserholung für den Verkauf von Aktien genutzt hätten und deshalb kein Interesse an einem weiter steigenden Markt gehabt hätten.

Eine wichtige Rolle misst Goldberg der bei der Erhebung unternommenen Trennung zwischen den Antworten der privaten und den institutionellen Anlegern zu. So unterstreicht Cognitrend in der Analyse der gestrigen Erhebung, dass es vornehmlich institutionelle Anleger waren, die sich aus dem "Bullenlager" zurückgezogen haben. Das sei darauf zurückzuführen, dass sie den jüngsten Kursanstieg für Gewinnmitnahmen genutzt hätten. Zu einer Prognose für die Indexentwicklung lassen sich die Cognitrend-Analysten jedoch nicht hinreißen. Sie belassen es bei der Erwartung, dass ein erneuter Kursanstieg auch bei den Privaten zu Gewinnmitnahmen führen und der Feststellung, dass die Institutionellen in diesem Fall das Nachsehen hätten, weil sie nicht voll an der Entwicklung teilhaben könnten.

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