Index-Sparen - Alternative zu Fonds
Einfach sparen

Die wenigsten Fondsmanager schlagen ihren Vergleichsindex. Deshalb ist Index-Sparen eine interessante Alternative zu Sparplänen auf aktiv gemanagte Fonds.

Die Ehre der Fondsmanager ist gerettet. Ein Test des "Wall Street Journal" hat ergeben, dass sie letztlich doch bessere Aktien für ihre Fonds auswählen als Affen, die mit Darts auf ein Kursblatt werfen. Von 142 monatlichen Wettbewerben zwischen professionellen Anlegern und den "Affen" - in deren Rolle Journalisten der Zeitung schlüpften - gewannen die Profis 87. Die Dartwerfer setzten sich mit ihrer Methode 55 Mal durch.

Dieser triumphale Sieg ändert nichts an der Tatsache, dass sich im vergangenen Jahr nur 18,4 Prozent aller Aktienfonds mit europäischem Anlageschwerpunkt, die in Deutschland angeboten werden, besser entwickelt haben als der Index MSCI Europa. Bei den international anlegenden Aktienfonds waren 23,1 Prozent besser als der Vergleichsindex MSCI Welt. Dies zeigt eine Studie des Bad Homburger Fonds-Researchunternehmens Feri Trust.

Ein mageres Ergebnis - schließlich werden Fondsmanager von den Anlegern dafür bezahlt, dass sie ihre Benchmark schlagen. Wenn das nur rund jedem fünften Profi gelingt - warum setzen Anleger dann nicht gleich auf den Index und sparen sich einen Teil der teuren Gebühren?

Indexfinanzprodukte kommen aus den USA und setzen sich auch hier zu Lande immer stärker durch. Anleger können zwischen Indexfonds, Indexaktien und Indexzertifikaten wählen. Wenig bekannt sind bisher Sparpläne auf Indexzertifikate und Indexfonds, welche die drei Direktbroker DAB Bank, Maxblue und Consors im Angebot haben. Insbesondere bei höheren Anlagesummen sparen Anleger hier viel an Gebühren gegenüber Fondssparplänen.

Das breiteste Angebot an solchen Sparplänen hat der zur Deutschen Bank gehörende Online-Broker Maxblue. Hier finden Anleger Indexzertifikat-Sparpläne auf Dax, Euro-Stoxx und Dow Jones Industrial Average. Sie können auch auf Indizes anderer europäischer Länder wie den französischen CAC 40, den britischen FTSE 100, den spanischen Ibex 35 oder den italienischen MIB 30 setzen. Auch Branchenindizes stehen zur Wahl - beispielsweise der Euro Stoxx 50 Banken, Technologie oder Healthcare. "Bei weitem am populärsten sind Sparpläne auf Dax und Euro Stoxx 50", sagt Maxblue-Sprecher Andreas Bartels.

Auch bei der DAB Bank setzen die Anleger vor allem auf die großen Indizes. Neben Sparplänen auf Dax und Euro Stoxx 50 sei auch das Ratensparen auf Dow Jones Industrial Average und S&P 500 gefragt, sagt DAB-Chef Mathias Kröner. Die DAB-Bank hat ein relativ breites Angebot an Index-Sparplänen, beim Konkurrenten Consors ist die Auswahl mager. Dort gibt es lediglich drei Varianten - Dax, Nemax 50 und Stoxx 50 - und der Anleger legt in Indexfonds, nicht in Zertifikaten, an. "Wenn der Trend hin zu Indexprodukten so weitergeht, werden wir unser Angebot ausweiten", sagt Consors-Sprecher Michael Kläver. Er könne sich vorstellen, dass der Direkt-Broker dann Sparpläne auf die Indizes anderer europäischer Länder und der USA anbietet.

Der vierte große Online-Broker Comdirect hat noch keine solchen Sparpläne aufgelegt - plant aber, nachzuziehen. "Wir werden voraussichtlich im zweiten Halbjahr diesen Jahres starten", sagt Sprecher Mathias Hajek. "Bei den Gebühren wollen wir noch günstiger sein als die anderen."

Sparpläne lohnen bei hohen Beiträgen

Bei Sparplänen auf Indexzertifikate werden die Kosten anders errechnet als bei Fondssparplänen. Der Anleger zahlt nicht mit jeder Rate Ausgabeaufschlag und Verwaltungsgebühr wie bei Fonds. So verlangt die DAB Bank beispielsweise pauschal 2,50 Euro pro Sparrate und zusätzlich 0,25 Prozent des jeweiligen Anlagevolumens. Bei Maxblue sind es 2,50 Euro sowie 0,4 Prozent der Summe. So lohnen sich die Sparpläne besonders bei höheren Sparbeträgen. Und deshalb verlangen die Online-Broker auch bei den Raten vergleichsweise hohe Mindestbeträge. Die Mindestrate bei Maxblue liegt bei 100 Euro, bei der DAB-Bank beträgt sie 125 Euro. Bei Fondssparplänen sind die Anleger meist schon mit 50 Euro pro Rate dabei.

Diesen Nachteil kompensieren die niedrigeren Gebühren der Indexprodukte. Legt ein Kunde beispielsweise jede zwei Monate bei der DAB Bank einen Betrag von 125 Euro in einem Index-Sparplan an, so kostet ihn dies im Jahr 16,86 Euro an Gebühren. Konkurrent Maxblue verlangt dafür 18 Euro. Am günstigsten kommen Anleger mit den Consors-Indexfonds weg. Der Online-Broker verlangt keine Ausgabeaufschläge, die Gebühren liegen pro Rate zwischen 0,5 und 0,65 Prozent des Anlagevolumens. Bei einem Sparplan auf den Dax fallen Gebühren in Höhe von 4,13 Euro an, beim Stoxx 50 betragen sie 3,75 Euro - ein sehr gutes Angebot. Denn ein aktiv gemanagter Aktienfonds mit einem Ausgabeaufschlag von fünf Prozent und einer Managementgebühr von 1,5 Prozent kostet 48,19 Euro. Im Gegensatz zu den Sparplänen auf Indexzertifikate sind Kunden schon mit Mindestraten von 50 Euro dabei, und als Fondsanleger entgehen ihnen auch die Dividenden der im Index enthaltenen Aktiengesellschaften nicht. Denn bei Zertifikaten streichen die Emittenten die Gewinnausschüttung ein, nicht die Käufer.

Nach Angaben der Online-Broker sollen die Gebühren auf die Index-Produkte vorerst stabil bleiben. "In den kommenden Monaten wird sich an unserer Gebührenstruktur nichts ändern", sagt eine Consors-Sprecherin. Auch bei Maxblue und der DAB-Bank gibt es keine Pläne, die Kosten für die Kunden zu erhöhen. "Wir haben vor kurzem unser Service- und Preismodell überarbeitet und planen keine Veränderungen", sagt DAB-Chef Kröner.

Wichtig bei Sparplänen auf Indexzertifikate ist, dass Anleger auf Endlos-Zertifikate setzen. Denn das Ratensparen endet abrupt, wenn die Laufzeit des zugrunde liegenden Zertifikats vorüber ist. Vor allem langfristig orientierte Anleger sollten darauf achten.

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