Index unter 3000 Punkten
US-Börsen bringen Dax unter Druck

Der Dax hat am Montag im Zuge deutlich nachgebender US-Börsen sehr schwach geschlossen. Im Tagesverlauf hatte der Index nicht nur die Marke von 3000, sondern auch die von 2.900 Stellen unterschritten und mit 2.890 Punkten ein neues Fünf-Jahres-Tief markiert.

vwd FRANKFURT/M. Das Börsenbarometer ging schließlich mit einem Minus von 4,9 Prozent bzw 151 Punkten und einen Stand von 2914 Stellen aus dem Handel. "Mit keiner Nachricht kann so ein Einbruch erklärt werden. Fundamentaldaten sind mittlerweile irrelevant", sagte ein Händler. Belastet wurde der Markt am Nachmittag vor allem von den schwachen US-Märkten.

Die US-Frühindikatoren waren schlechter ausgefallen als erwartet und mit JDS Uniphase hatte ein wichtiges Technologieunternehmen eine Umsatzwarnung ausgesprochen. Zudem hätten sich die Sorgen über einen bevorstehenden Irak-Krieg verstärkt, sagte ein Marktteilnehmer. Die Bundestagswahl sei ein eher weniger entscheidendes Thema gewesen, auch wenn einige Beobachter befürchten, dass der knappe Ausgang Reformen erschweren wird.

In Folge der insgesamt äußerst negativen Vorgaben markierten zahlreiche Dax-Werte neue Jahrestiefs. Kräftig im Minus schlossen vor allem die Technologiewerte. Die hohen Verluste erklärten Händler zum einen mit der Umsatzwarnung von JDS Uniphase. "Der Bereich überrascht immer wieder mit schlechten Nachrichten", sagte ein Marktteilnehmer. Zum anderen belasteten auch Konjunktursorgen die Aktien, die als erste Gewinner eines Aufschwungs gehandelt werden. Doch wenn dieser weiter auf sich warten lasse, sei mit neuen Tiefstständen zu rechnen, hieß es.

Zudem hatte die Deutsche Bank die weltweite Prognose für den Chip-Sektor gesenkt. Infineon gaben elf Prozent auf 6,65 Euro ab und markierten ein Allzeittief. Epcos verloren 7,3 Prozent auf 8,90 Euro, und Siemens fielen um 2,5 Prozent auf 36,31 Euro.

Auch die Versicherer standen unter Druck. Als sehr negativ für die Titel der Allianz und der Münchener Rück werteten Händler einen Kommentar der Analysten von Morgan Stanley. Das Investmenthaus hatte den Vermögenswert der Allianz um 33 und den der Münchener Rück um 15 Prozent gesenkt. Zur Begründung hieß es, dass der Effekt des Aktienmarkteinbruches vor allem für die Allianz-Bewertung "brutal" sei. Münchener Rück rutschten um 10,5 Prozent auf 120,70 Euro ab, und Allianz sanken um 3,9 Prozent auf 95,63 Euro.

Die Aktien der Deutschen Telekom fielen um 5,1 Prozent auf 9,12 Euro. Die Gesellschaft könnte laut "Handelsblatt" weniger Geld als erwartet für ihr Kabelnetz bekommen. Wie die Zeitung aus dem Umfeld der drei Bieter erfuhr, liegen deren Preisvorstellungen um fast eine Mrd Euro unter den Erwartungen des Konzerns von 2,5 bis 2,8 Mrd Euro. Zudem werteten Beobachter die vollständige Übernahme des niederländischen Mobilfunkanbieters Ben als teuer. Damit würden rund 3000 Euro pro Kunde bezahlt, was im derzeitigen Umfeld ein sehr hoher Preis sei. Zudem erhöhe sich damit die Schuldenlast der Deutschen Telekom um weitere zwei Mrd Euro.

Altana, die am Montag zum ersten Mal im Dax gelistet wurden, verloren 5,3 Prozent auf 38,84 Euro, obwohl der Vorstandvorsitzende die Prognose für das Gesamtjahr bekräftigt hatte. Der Wert ersetzt die Titel von Degussa, die in den MDax abwandern. "Das ist schon lange bekannt und daher im Wesentlichen eingepreist", sagte ein Händler. Nun habe es Gewinnmitnahmen gegeben.

Als einziger Dax-Wert im Plus zeigten sich MLP mit einem Anstieg um 3,5 Prozent auf 8,95 Euro. Grund seien möglicherweise Spekulationen über eine Übernahme des Unternehmens, sagte ein Beobachter. Gewinner im MDax waren Beiersdorf, die um 13,4 Prozent auf 97,50 Euroo zulegten. Das angebliche Interesse von Procter & Gamble an dem 43,6-prozentigen Allianz-Anteil an Beiersdorf trieb nach Ansicht von Händlern die Aktie nach oben. Denn damit gebe es neben Tchibo einen weiteren potenziellen Käufer, hieß es.

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