Indexchange gibt mit neuen Produkten Impulse: Markt für börsengehandelte Indexfonds fordert erste Opfer

Indexchange gibt mit neuen Produkten Impulse
Markt für börsengehandelte Indexfonds fordert erste Opfer

Um die gute Nachricht vorwegzunehmen: Der Markt für börsengehandelte Indexfonds ("Exchange Traded Funds", kurz ETF) steuert in Europa auf einem Wachstumskurs. Dazu werden auch neue Produkte von der zur Hypo-Vereinsbank-Gruppe gehörenden Indexchange beitragen, die an heutigen Mittwoch auf einer Pressekonferenz vorgestellt werden. Dabei könnte es sich um die lange erwarteten ersten Indexfonds auf Anleihe-Messlatten handeln - es wären die ersten in Europa. "Noch in diesem Jahr dürfte sich das gesamte ETF-Vermögen von aktuell über zehn Milliarden Euro verdoppeln", blickt Indexchange-Vorstand Andreas Fehrenbach optimistisch in die Zukunft.

ina FRANKFURT/M. Parallel zum prognostizierten weiteren Wachstum kommt jetzt aber die erwartete Konsolidierung in Gang, denn zu viele Anbieter haben in kurzer Zeit zu viele Produkte lanciert. Als erstes Haus zieht die zu Union Investment gehörende Luxemburger Gesellschaft Unico die Notbremse. Sie wird fünf von sieben ETF schließen, die sie im vergangenen Jahr an der Frankfurter Börse notieren ließ. Das sagte Rüdiger Ginsberg, bei Union für das Portfoliomanagement zuständig. Es sind nach Beobachtung von Experten die ersten ETF-Schließungen in Europa.

Erst vor knapp drei Jahren hatte die Deutsche Börse mit der Etablierung eines ETF-Segmentes Pionierarbeit auf dem Kontinent geleistet. Inzwischen sind an neun Handelsplätzen über 100 Produkte notiert, einschließlich der Doppel-Listings fast 200. Aufgelegt wurden die Fonds von 14 Asset-Managern, wobei sich Indexchange, die zur Société Générale gehörende Lyxor und Merrill Lynch eines Großteil des Kuchens teilen. Attraktiv sind die Produkte aufgrund ihrer Portfolio-Transparenz, der häufigen Überlegenheit der Index-Performance gegenüber aktiv gemanagten Fonds, den geringen Gebühren und vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten für institutionelle Anleger.

Viele der Fonds haben Mini-Volumina, können daher nicht rentabel gemanagt werden. Das ist der Grund für die Schließung der Unico-Produkte, wie Vertreter der Gesellschaft auf Nachfrage bestätigen. Im Einzelnen sind verlässlichen Quellen zufolge die Aktienprodukte (Markenname "i-Tracker") auf die europäischen MSCI-Branchenmesslatten für Energie, Gesundheit und Telekommunikation sowie zwei Fonds auf europäische MSCI-Indizes für Konsumgüter betroffen. Unico war als einer der letzten Asset-Manager auf den ETF-Zug aufgesprungen.

Fehrenbach hat klare Vorstellungen über den weiteren Verlauf der Konsolidierung: "Von den über 100 Produkten können sich wohl nur rund 60 behaupten; von den kleinen ETF-Managern dürften sich einige aus dem Markt zurückziehen." Seiner Meinung nach wird die Anpassung im ETF-Markt mehr Opfer fordern als im traditionellen Asset-Management. Denn in diesem margenengen Geschäft komme es noch stärker auf schlanke Strukturen an.

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