Indexgewichtung bei Stoxx 50, Euro Stoxx 50 und Nordic 30 wird in Bezug auf Streubesitz umgestellt
Börse AG plant keine Streubesitz-Regel bei Dax

Reuters FRANKFURT. Die Deutsche Börse AG will ihre Aktienindizes auch künftig weiter maßgeblich nach der Zahl der zum Börsenhandel zugelassenen Aktien gewichten und berechnen. Ein Sprecher sagte am Dienstag auf Anfrage in Frankfurt, man plane keine Änderung bei der Indexgewichtung in Bezug auf den Streubesitz. Einen entsprechenden Vorstoß will der Aktienindex-Entwickler Stoxx Limited machen und die europäischen Indizes Stoxx 50, Euro Stoxx 50 und Nordic 30 umstellen. Die künftige Gewichtung der Aktienwerte nach dem am Aktienmarkt frei verfügbaren Kapital (Streubesitz) wird zu einem geringeren Gewicht von Werten wie Deutsche Telekom, France Telecom oder Münchner Rück führen. Bei diesen Werten sind große Kapitalanteile in festen Händen.

Der Sprecher der Börse sagte, die Gewichtung der Aktienwerte nach dem Streubesitz habe "Charme", sei jedoch für die Deutsche Börse AG kein Thema. Es gebe zahlreiche Gründe, die gegen eine Streubesitz-Regelung und für die Berücksichtigung der zum Handel zugelassenen Aktienzahl bei der Gewichtung der Aktienwerte in den deutschen Aktienindizes Dax, MDax, Nemax und Smax spreche. So könne die Definition von Streubesitz unterschiedlich ausfallen, was die Festelegung recht willkürlich mache.

Jede in einem Aktienindex vertretene Aktie wird zur Berechnung des Indexstands mit ihrer Marktkapitalisierung berücksichtigt. Unter Marktkapitalisierung wird der Börsenwert eines Unternehmens verstanden, der sich aus der Aktienzahl multipliziert mit dem aktuellen Aktienkurs errechnet. Während die Deutsche Börse die zum Börsenhandel zugelassenen Aktien berücksichtigt, nimmt Stoxx Limited derzeit die Gesamtzahl der vom Unternehmen ausgegeben Aktien als Maßstab. Künftig soll dafür der Streubesitz gelten.

Stoxx Limited will im Lauf der Woche die voraussichtlichen Veränderungen in seinen Aktienindizes durch die Berücksichtigung des Streubesitzes veröffentlichen. Durch die neue Berechnungsgrundlage werde es zu einer Neugewichtung der Aktien kommen, hieß es. Auch Wechsel in der Indexzugehörigkeit sind möglich. Die neue Berechnungsgrundlage soll am 18. September wirksam werden.

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