Indien reagierte positiv
Pakistan: Büros von Indien-Gegnern geschlossen

In Pakistan hat die Polizei nach Angaben aus Regierungskreisen in Karatschi die Büros zweier Organisationen geschlossen, die die Herrschaft Indiens über den Süden Kaschmirs bekämpfen.

Reuters ISLAMABAD. Weiter verlautete am Montag, am Sonntagabend sei zudem Hafiz Mohammed Saeed verhaftet worden, der angeblich zu den Hintermännern des Selbstmordanschlages auf das Bundesparlament in Neu-Delhi am 13. Dezember zählt. Indien reagierte positiv auf die Nachricht. Der Anschlag hat auf beiden Seiten den größten Militäraufmarsch seit 15 Jahren ausgelöst. Um den Besitz Kaschmirs haben Indien und Pakistan bereits zwei Kriege geführt. Im aktuellen Fall ist es bislang bei politischen Maßnahmen wie der Kappung der Verkehrsverbindungen geblieben.

Büros wurden durchsucht und versiegelt

Die Büros der Lashkar-e-Taiba und der Jaish-e-Mohammad in der südpakistanischen Hafenstadt seien durchsucht und dann versiegelt worden, verlautete in der Hauptstadt Islamabad. Es habe zudem über zwei Dutzend Festnahmen gegeben. Saeed wurde in Islamabad nach einer Sitzung der Lashkar-e-Taiba verhaftet. Als Grund wurden regierungsfeindliche Äußerungen genannt. Lashkar bestätigte auf ihrer Webseite die Verhaftung und erklärte, sie hänge zusammen "mit dem amerikanischen Feldzug gegen den Islam und den heiligen Krieg".

Der Pakistaner Saeed hatte den Vorsitz in der vergangenen Woche an den Kaschmirer Qari Abdul Waheed Kashmiri abgegeben. Ein anderer angeblicher Drahtzieher des Anschlages, Maulana Azhar Masood, ist bereits seit vergangener Woche in Haft. Er ist Chef der Jaish. Indien reagierte positiv auf die Nachricht von der Verhaftung Saaeds und den Razzien in Karatschi, denen die Beschlagnahmung des Vermögens der Lashkar vorangegangen war. Außenminister Jaswant Singh sagte nach einer Sitzung des Sicherheitsausschusses des Kabinettes: "Wenn das wahr ist, ist das ein Schritt in die richtige Richtung." Die Regierung werde Pakistan eine Liste mit dort tätigen "Terroristen und Verbrechern für geeignete Maßnahmen" zukommen lassen. Indien hat die völlige Zerschlagung beider Parteien verlangt. Sie versicherte sich am Sonntag des Rückhaltes auch in der Opposition, mit der sie für den Fall eines neuen Krieges mit Pakistan einen Burgfrieden schloss.

Lage blieb unruhig

An der Waffenstillstandslinie im geteilten Kaschmir blieb die Lage unruhig. Am Sonntagabend wurden nach indischen Angaben ein Soldat getötet und fünf seiner Kameraden verwundet, als pakistanische Soldaten mit Grantwerfern und schweren Maschinengewehren über die Grenze schossen. Auf pakistanischer Seite berichteten Augenzeugen, ebenfalls am Sonntagabend sei bei indischem Beschuss ein achtjähriger Junge schwer verletzt worden.

Der Konflikt um das einst eigenständige Fürstentum Kaschmir entstand mit der Unabhängigkeit Indiens und Pakistans von Großbritannien 1947. Der erste Kaschmir-Krieg endete 1948 mit einem Waffenstillstand und der Teilung der Region im Himalaya. 1965 kam es erneut zum Krieg um Kaschmir, dessen südlicher Teil unter der Bezeichnung Jammu und Kaschmir zu einem indischen Bundesland wurde, dem einzigen mit Moslem-Mehrheit. 1989 brach dort ein Aufstand aus, dem bislang schätzungsweise 30 000 Menschen zum Opfer fielen. Lashkar und Jaish gehören zu den mehr als einem Dutzend Parteien und Milizen, die für die Wiedervereinigung Kaschmirs kämpfen - entweder als eigener Staat oder als Teil Pakistans.

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