Indien würde auf Angriff auch mit Atomschlag antworten
Indiens Armee zum Krieg bereit

Indien steht nach den Worten von Armeechef General S. Padmanabhan am Rande eines Krieges und ist sowohl auf eine konventionelle Auseinandersetzung als auch auf einen atomaren Schlagabtausch vorbereitet.

rtr NEU-DELHI. Die Lage sei ernst, und "es entwickle sich eine kriegsähnliche Situation" im Konflikt mit Pakistan, sagte Padmanabhan am Freitag vor der Presse in Neu-Delhi. Die indische Armee sei zu einem konventionellen Krieg bereit, aber auch zu einem atomaren Antwortschlag, wenn Pakistan mit Atomwaffen angreifen sollte.

General Padmanabhan warnte zugleich davor, dass eine atomare Auseinandersetzung mit Pakistan für die gesamte Region Südasien katastrophal wäre. Ein Land, das Indien mit Atomwaffen angreifen würde, würde so schwer bestraft, dass sein Überleben zweifelhaft wäre.

Der Armeechef forderte Pakistan abermals auf, entschlossener gegen moslemische Gruppen vorzugehen, die von Pakistan aus gegen Indien operierten. Er ließ keinen Zweifel daran, dass die indische Armee in der Lage sei, die Rebellenstützpunkte in Pakistan selbst anzugreifen. "Wir haben die Waffen, um sie zu erreichen, und wir können zusichern, dass Zivilisten dabei nicht verletzt werden."

Beide Staaten haben an der Grenze Hunderttausende Soldaten zusammen gezogen, die sich bereits täglich Schusswechsel liefern. Auslöser der gegenwärtigen Spannungen war ein Anschlag auf das indische Parlament im Dezember, für den Indien Moslemextremisten aus dem pakistanischen Teil Kaschmirs verantwortlich macht. Die Nachbarländer führten seit ihrer Unabhängigkeit 1947 bereits zwei Kriege um diese Region.

Die USA einem Zeitungsbericht zufolge unterdessen begonnen, die Verlegung ihrer Luftwaffe aus Pakistan vorzubereiten. Die von den USA genutzten Stützpunkte in Jacobabad und Pasni könnten wegen der anhaltenden Spannungen mit Indien von der pakistanischen Luftwaffe benötigt werden, berichtete die "Washington Post" am Freitag unter Berufung auf pakistanische Regierungskreise. Die US-Luftwaffe wolle vier Stützpunkte für ihren Einsatz in Afghanistan von Pakistan in andere zentral- asiatische Staaten wie Usbekistan und Kirgisistan verlegen.

Indiens Innenminister Lal Krishna Advani forderte Pakistan bei einem Besuch in den USA abermals auf, konsequent gegen moslemische Extremisten in Kaschmir vorzugehen. Taten seien gefragt, nicht nur Worte, sagte Advani in einem Fernsehinterview. "Indien hat derzeit kaum Vertrauen in Pakistans Haltung", fügte er hinzu. Er sehe keine wirkliche Änderung in der pakistanischen Haltung, höchstens eine Änderung der Taktik.

Pakistans Präsident Pervez Musharraf hatte unter dem Druck der USA und Großbritanniens konkrete Schritte gegen moslemische Extremisten angekündigt. In den vergangenen Tagen hatte die Regierung in Islamabad mehrere hundert militante Moslems festnehmen lassen, darunter auch viele Mitglieder der beiden Extremisten-Gruppen, die Indien für den Anschlag auf sein Bundesparlament verantwortlich macht. Musharraf arbeitetet nach Angaben aus Regierungskreisen an einer Rede an die Nation. Aus Beraterkreisen hieß es, Musharraf werde erklären, dass Pakistan entschieden gegen religiös motivierte extremistische Gewalt vorgehen müsse. Am Donnerstag wurde in Regierungskreisen in Islamabad aber vor zu großen Erwartungen an die Rede gewarnt.

Am indischen Rentenmarkt fiel der Kurs langfristiger Regierungsanleihen. Der Kurs der mit 9,85 % verzinsten 2015er Bonds sank von 114.40 Rupien auf 114,30.

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