Indische Polizei erschießt alle sechs Moslemrebellen
Belagerung von Moschee in Kaschmir blutig beendet

Nach mehr als 36 Stunden ist die Belagerung einer Moschee im indischen Bundesstaat Jammu und Kaschmir durch Moslemrebellen blutig beendet worden. Ein indisches Polizeikommando habe die Moschee in Shangus südlich der Sommerhauptstadt Srinagar gestürmt und alle sechs Rebellen erschossen, teilten Sicherheitsbeamte am Dienstag mit.

afp SRINAGAR. Dabei seien ein Polizist getötet und drei weitere verletzt worden. Ein Nebengebäude der Moschee wurde beschädigt. Die Unabhängigkeitskämpfer hatten sich am Sonntag in dem Gotteshaus verschanzt. Zuvor hatten sie einen Informanten der Polizei getötet. Am Montagabend hatten Scharfschützen drei Rebellen erschossen. Mit Tränengas trieben sie kurz nach Mitternacht zwei weitere Kämpfer aus dem Gebäude, die ebenfalls erschossen wurden. In der Moschee wurde anschließend die Leiche des letzten Rebellen gefunden.

Erst in der vergangenen Woche waren bei einem Granatenanschlag auf das Gelände einer Moschee sechs Gläubige getötet und 50 weitere schwer verletzt worden. Die Polizei geht davon aus, dass militante Unabhängigkeitskämpfer das Attentat verübten, zu dem sich niemand bekannte. Mit den Anschlägen wollen die Rebellen offenbar das Treffen von Indiens Regierungschef Atal Behari Vajpayee mit dem pakistanischen Militärmachthaber Pervez Musharraf Anfang Juli sabotieren. Die Beziehungen beider Staaten liegen seit der erneuten Krise um die Grenzregion Kaschmir im Sommer 1999 auf Eis.

Jammu und Kaschmir ist der einzige indische Bundesstaat mit moslemischer Bevölkerungsmehrheit. Seit 1989 führen moslemische Rebellen dort einen blutigen Unabhängigkeitskrieg. Bisher haben sie die seit November immer wieder von Neu Delhi verlängerten einseitigen Waffenruhen ignoriert. Indien wirft Pakistan vor, die Guerilla militärisch zu unterstützen. Indien und Pakistan machen sich die Himalaya-Region seit dem Ende der britischen Kolonialherrschaft streitig. Beide Länder führten bereits zwei Kriege um Kaschmir. Indien kontrolliert die südlichen zwei Drittel des Gebiets; das restliche Drittel im Norden gehört zu Pakistan. Seit 1989 sollen bei Anschlägen und Gefechten im indischen Teil Kaschmirs nach offiziellen Angaben mehr als 34 000 Menschen getötet worden sein.

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