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Indischer Stahlmilliardär Mittal bildet weltgrößten Stahlkonzern

Der indische Stahlmilliardär Lakshmi Mittal (54) baut den weltgrößten Stahlkonzern auf. Die neue Mittal Steel Company soll aus einer transatlantischen Dreier-Stahlfusion entstehen.

dpa-afx ROTTERDAM/NEW YORK. Der indische Stahlmilliardär Lakshmi Mittal (54) baut den weltgrößten Stahlkonzern auf. Die neue Mittal Steel Company soll aus einer transatlantischen Dreier-Stahlfusion entstehen. Der neue Konzern kommt auf einen Jahresumsatz von 31,5 Mrd. Dollar, wird 165 000 Mitarbeiter beschäftigen und über Aktivitäten in 14 Ländern auf vier Kontinenten verfügen. Mittal Steel soll mit einer jährlichen Produktionskapazität von rund 70 Mill. Tonnen Stahl den bisherigen Branchenführer Arcelor SA deutlich überholen.

Die von der Mittal-Familie kontrollierte niederländische Ispat International NV übernimmt nach Firmenangaben vom Montag bei der geplanten Zusammenlegung den ebenfalls von Mittal kontrollierten Stahlriesen LNM Holdings NV im Zuge eines Aktientauschs. Die zusammengeschlossene Gesellschaft firmiert zur Mittal Steel um. Die LNM-Aktionäre erhalten 525 Mill. Ispat-Aktien im Gesamtwert von 13,3 Mrd. Dollar.

Übernahme

Gleichzeitig übernimmt Ispat das große US-Stahlunternehmen International Steel (ISG) für 4,5 Mrd. Dollar. Die ISG-Aktionäre sollen 21 Dollar je Aktie in bar und 21 Dollar je Aktie in Form von Mittal-Stahl-Aktien bekommen. Die ISG-Aktien sind am Montag um 25,51 Prozent auf 37,25 Dollar in die Höhe geschossen. Die Ispat-Papiere kletterten um 14,44 Prozent auf 29 Dollar je Anteil.

Mittal nimmt mit einem Vermögen von 6,2 Mrd. Dollar in der Weltrangliste des amerikanischen Wirtschaftsmagazins "Forbes" Platz 62 ein. Der Unternehmer hat mit einem winzigen indischen Stahlwerk seines Vaters begonnen. Sein Weltstahlimperium hat er durch den Aufkauf zahlreicher kleinerer und oft angeschlagener Stahlfirmen in aller Welt aufgebaut. Mittal ist auch in Deutschland kein Unbekannter. Er hatte 1995 die Hamburger Stahlwerke übernommen.

Umsatz

Auf einer Pro-Forma-Basis hätte Mittal Steel in den ersten neun Monaten 2004 rund 22,5 Mrd. Dollar umgesetzt, einen operativen Gewinn von 4,9 Mrd. Dollar erreicht und 43 Mill. Tonnen Stahl ausgeliefert. Für das Gesamtjahr erwartet Mittal auf Pro-Forma- Basis Stahllieferungen von 57 Mill. Tonnen und einen Gewinn von 7,20 Dollar bis 7,40 Dollar je Aktie. Das fusionierte Unternehmen wird auch über riesige Kohle- und Eisenerzvorkommen sowie Kokskapazitäten verfügen.

Ispat erwartet für 2004 einen Umsatz von 8,3 Mrd. Dollar und verfügt über eine Kapazität von 18 Mill. Jahrestonnen. LNM kommt auf einen Umsatz von rund 14,5 Mrd. Dollar und Stahllieferungen von rund 26 Mill. Tonnen. Es verfügt über eine jährliche Produktionskapazität von mehr als 32 Mill. Tonnen. ISG zählt zu den größten US-Stahlproduzenten und war durch die Übernahme der Werke angeschlagener Stahlkonzerne wie LTV, Bethlehem Steel, Acme, Weirton und Georgetown rasant gewachsen. ISG hat eine Jahreskapazität von rund 20 Mill. Tonnen Stahl und peilt für 2004 einen Umsatz von neun Mrd. Dollar an.

Lakshmi Mittal wird den neuen Stahlriesen selbst führen. "Diese Transaktion verändert die weltweite Stahlindustrielandschaft dramatisch", erklärte er. Die Stahlindustrie sei in den vergangenen Jahren vor allem durch eine regionale Konsolidierung geprägt worden. Dieser Zusammenschluss sei ein wichtiger Schritt bei der Globalisierung der Branche. Die neue Gesellschaft habe nicht nur in Europa und Nordamerika sondern auch in Asien und Afrika eine stärkere Präsenz. Die Aufsichtsbehörden und die entsprechenden Aktionärsversammlungen müssen den Transaktionen noch zustimmen.

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