Indiz für beginnende Konjunktur-Erholung in Deutschland
Ökonomen erwarten steigenden Ifo-Index

Der wichtigste deutsche Frühindikator dürfte im März zum vierten Mal in Folge nach oben klettern, erwarten Ökonomen. Ihr Hauptaugenmerk gilt der Frage: Schätzen die Firmen dieses Mal auch endlich ihre aktuelle Geschäftslage besser ein? Bislang hatten sich nur die Erwartungen aufgehellt.

ost DÜSSELDORF. Alle Augen blicken nach München: Mit großer Spannung warten Bankenvolkswirte auf die neue Daten des Ifo-Geschäftsklima-Indexes, den das Münchener Ifo-Insitut für Wirtschaftsforschung am Dienstag (25.) um 10 Uhr veröffentlicht.

Der wichtigste deutsche Frühindikator dürfte im März um 0,8 Punkte auf 89,5 Zähler klettern, erwarten die Ökonomen im Schnitt - dies wäre der vierte Anstieg in Folge. Bereits im Februar hatte der Index überraschend deutlich um 2,5 Punkte auf 88,7 zugelegt.

Das Ifo-Insitut befragt seit 1949 jeden Monat mehr als 7 000 Firmen, wie sie ihre aktuelle Geschäftslage und ihre Zukunftsaussichten einschätzen. Der Index läuft der Konjunktur etwa zwei Quartale voraus.

Besonders wichtig ist in diesem Monat, ob die Unternehmen nun auch die derzeitige Lage besser einschätzen. In den vergangenen Monaten hatten sich nur die Erwartungen verbessert und den Index nach oben gezogen: Insgesamt lag der Ifo-Index im Februar deutlich höher als kurz vor dem 11. September. Allerdings beurteilten die Firmen ihre momentane Situation im Februar nochmals schlechter als einen Monat zuvor - und damit düsterer als unmittelbar vor dem 11. September. Dazu hatte das Ifo-Institut vor einem Monat erklärt: Die gegenläufige Entwicklung sei "typisch für einen nahenden konjunkturellen Wendepunkt".

Einige Volkswirte werden nun aber etwas ungeduldig: "Wir erwarten und hoffen, dass sich jetzt auch die Lage-Komponente verbessert", sagt Gabriele Widmann von der DGZ Bank. -Deka "Wenn sich die Lage im März oder spätestens im April nicht aufhellt, könnte sich der Aufschwung als nicht dauerhaft erweisen", warnt sie. Holger Fahrinkrug, Deutschland-Experte bei UBS Warburg, gibt sich optimistisch: "Die Unternehmen dürften schon jetzt die ersten positiven Effekte des US-Aufschwungs in ihren Auftragsbüchern merken." Die Lage-Komponente werde daher um 1,2 Punkte auf 78 Zähler steigen. Für den Gesamtindex erwartet er 90,3 Punkte.

Andere Volkswirte sehen die Lage-Frage gelassener: Diese Komponente könnte sich im März durchaus weiter verschlechern, "das muss man aber nicht negativ sehen", meint Ralph Solveen von der Commerzbank. In früheren Aufschwüngen habe es "ein bis zwei Quartale gedauert, bis sich nach dem Tief beim Wachstum die Lage-Beurteilung verbessert hat."

Folge der Ifo-Index insgesamt den Erwartungen der Volkswirte, würde er ein weiteres Indiz liefern für die nun auch in Deutschland beginnende Konjunktur-Erholung. "Wir sind zuversichtlich, dass Deutschland das Konjunkturtal durchschritten hat", sagt Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank. Im Jahresverlauf werde sich das Wachstum spürbar beschleunigen, im Jahresdurchschnitt rechnet er mit einem Plus von 1,1 %. Die Bundesregierung prognostiziert rund 0,75 %.

Wichtigste Triebkraft des Aufschwungs ist für Bielmeier, dass im ersten Quartal der Lagerabbau in den Firmen zum Stillstand komme, was die Produktion beflügeln könnte. Zudem würden die Firmen nach fünf Quartalen Eiszeit ihre Investitionen wieder hochfahren. Im zweiten Halbjahr springe auch der private Verbrauch an. Das Exportgeschäft beflügele das Wachstum hingegen kaum, meint Bielmeier.

Quelle: Handelsblatt

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