Indizes fallen auf neue Tiefststände
Patient Neuer Markt krankt weiter an Fallsucht

Der Neue Markt hat am Dienstag seine Talfahrt fortgesetzt und unmittelbar nach Handelsbeginn neue Tiefststände markiert. Händler begründeten die Entwicklung mit anhaltend schlechten Unternehmensnachrichten wie der Gewinnwarnung des schwedischen Mobilfunkherstellers Ericsson und den weiter fallenden Kursen an den US-Börsen.

Reuters FRANKFURT. Die Stimmung am Wachstumssegment sei extrem schlecht, sagte ein Händler. Hinzu kämen Nachrichten wie der drohende Liquiditätsengpass bei Emprise. Gute Gewinnaussichten werden dagegen aufgrund der allgemeinen Verunsicherung weitgehend ignoriert, hieß es."Der Verkaufsdruck werde immer erdrückender", sagte ein Händler. Das institutionelle Geschäft sei praktisch nicht mehr vorhanden.

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index gab 2,44 % auf 1 880 Punkte nach. Zeitweise war der Index auf ein neues Jahrestief von 1 846 Zählern gefallen. Der Auswahlindex Nemax 50 verlor 3,38 % auf 1 769 Zähler. Am Morgen markierten die Blue Chips mit 1 717 Punkten ebenfalls ein neues Allzeit-Tief. Bereits am Vortag gaben beide Indizes rund fünf Prozent nach.

Der Telekomausrüster Ericsson hatte am Montagnachmittag eine Gewinn- und Umsatzwarnung für das laufende erste Quartal bekannt gegeben. Daraufhin brachen die Ericsson-Aktien an der Wall Street um rund 25 % ein. Die für den Frankfurter Neuen Markt richtungsweisende US-Technologiebörse Nasdaq verlor bis zum Handelsschluss 6,3 % auf 1 923 Punkte und lag damit erstmals seit Dezenmber 1998 unter der psychologisch wichtigen Marke von 2 000 Zählern.

Für positive Impulse könnte nach Händleransicht der Nasdaq-Future sorgen, der gegen Mittag mit 9,5 Punkten im Plus stand und damit auf eine feste Eröffnung der Leitbörse Nasdaq hindeutet.

Im Mittelpunkt des Frankfurter Handels standen die Papiere der Emprise Management Consulting AG, die in der Spitze um über 61 % einbrachen. Das Unternehmen hatte am Vormittag mitgeteilt, das bilanzielle Grundkapital von zwölf Mill. DM sei aufgebraucht. Händler stuften die Nachricht als "verheerend" ein. "Das Unternehmen ist in seiner Existenz gefährdet."

Trotz guter Gewinnaussichten geriet auch der Kurs der Thiel Logistik unter Verkaufsdruck. Bis zum frühen Nachmittag verloren die Papiere über sieben Prozent auf 108,75 Euro. Am Morgen hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben seine Finanzplanung für das laufende und die beiden kommenden Jahre deutlich angehoben. Außerdem übernehme Thiel Logistik den Angaben zufolge die Mehrheit der Anteile an den Logistiktöchtern KVB und SKS der Heidelberger Zement AG.

Zu den Kursgewinnern des Tages zählte Vectron Systems , die zeitweise um über 15 % zulegen konnten. Der Hersteller von elektronischen Kassensystemen erhielt nach eigenen Angaben von der amerikanischen Fast-Food-Kette Kyoto Bowl den mit einem Volumen von 2,25 Mill. $ größten Auftrag der Firmengeschichte.



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