Indizes im Minus
Enttäuschender Handelsstart bei den US-Aktien

Die Wall Street startete verhalten in den ersten Handelsstag des Neuen Jahres. Hatte die Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung der US-Notenbank die Aktien vorbörslich noch in die Höhe getrieben, verhagelten schlechte Nachrichten bei den Internet- Infrastruktur-Unternehmen dem Markt am Morgen die Stimmung. Sowohl der Dow Jones als auch der Nasdaq Index notieren im Minus.

NEW YORK. Die Analysten des Brokerhauses Robertson Stephens stuften am Morgen gleich mehrere Unternehmen des Internet- Infrastruktur-sektors ab. Die Ausgaben für den Technologiebereich gingen starker zurück als ursprünglich erwartet. Die abkühlende US-Wirtschaft und die rückläufige Zahl neuer Unternehmen schadeten dem Sektor und riefen im ersten Quartal des neuen Jahres ein langsameres Wachstum hervor. Die Analysten reduzieren ihre Erwartung für EMC, Inktomi und zehn andere Werte. Die Experten korrigierten die Einschätzung für Inktomi, Veritas Software und Network Appliance von "kaufen" auf "langfristig attraktiv". Veritas Software führt zur Stunde die Verliererliste der Nasdaq an. Auch Network Appliance büßt zusätzlich an Wert ein, nachdem die Geschäftsführung den Verkauf einiger Aktienpakete ankündigte. CEO Daniel Warmenhoven und Finanzchef Jeffrey Allen planen jeweils 50 000 Aktien zu verkaufen. Executive Vice President David Hitz will 30 000 Aktien veräußern. Wahrlich kein gutes Zeichen für die Anleger, denn wer an den Erfolg des Unternehmens und weitere Kurssteigerungen glaubt, trennt sich nicht von seinen Unternehmensanteilen. Anleger dürften die geplanten Aktienverkäufe als Alarmsignal deuten und sich heute von einem Teil ihrer Applied Aktien trennen.



Zu den Kursgewinnern gehört am Morgen dagegen Intel. Die Aktie des größten Chipherstellers der Welt steht sowohl auf dem Siegertreppchen des Nasdaq - als auch des Dow Jones Index. Intel profitiert nicht nur von der Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung sondern auch von der Kampfansage gegen die schleppende Nachfrageentwicklung auf dem Markt für Heimcomputer. Der weltgrößte Chiphersteller will der Marktentwicklung mit verstärkten Aktivitäten im Konsumbereich entgegenwirken. In dieser Woche will Intel auf einer Elektronikshow in Las Vegas zwei neue drahtlose Computersysteme vorstellen. Unter anderem soll auch ein digitaler Audio Player präsentiert werden, der für vier Stunden Musik speichern kann. Nachdem Intel das Jahr 2000 auf seinem 52-Wochentief beendete, gewinnt die Aktie am Morgen 4,4 Prozent an Wert.



Auch Microsoft zählt zu den gefragtesten Werten. Der weltweit größte Softwarekonzern wird laut der Financial Times in den kommenden Tagen mit der Vermarktung der neuen Spielkonsole Xbox beginnen. Sie soll in Konkurrenz zu der PlayStation 2 von Sony treten. Bill Gates wird dem Bericht zufolge die Konsole Ende der Woche in Las Vegas vorstellen. Die Xbox soll jedoch erst in etwa zwölf Monaten erhältlich sein. Microsoft wird versuchen, potenzielle Kunden dazu zu bewegen, auf das neue Gerät zu warten und nicht die PlayStation zu kaufen.



Tycos

International auf die Märkte aus. Die Aktie des Mischkonzern legt im frühen Handel über acht Prozent an Wert zu. Die gute Nachricht: Tyco hat die Übernahme des Energiebereichs von Lucent Technologies abgeschlossen. Der Kaufpreis beläuft sich auf 2,5 Milliarden Dollar. Der ehemalige Geschäftszweig von Lucent ist auf Produkte spezialisiert, die die Stromversorgung von Computern und Netzwerken sicherstellen. Lucent hatte bereits im Mai vergangenen Jahres den Verkauf des Bereiches angekündigt, da man sich verstärkt auf das schnellwachsende Glasfasergeschäft zu konzentrieren. Tyco hat das Elektronikgeschäft mit den Übernahmen von AMP und Raychem in den vergangenen drei Jahren ausgebaut.

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