Archiv
Indizes präsentieren sich uneinheitlich

Der künftige US-Präsident George Bush traf sich am Morgen mit Notenbank-Chef Alan Greenspan in Washington. Für die US-Märkte handelt es sich um die beiden wichtigsten Männer Amerikas. Während die US-Notenbank erst morgen über die weitere Zinsentwicklung entscheiden wird, kündigte Bush bereits vergangene Woche an, die US-Steuern senken zu wollen, um die Nachfrage wieder anzukurbeln.

Die Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung gibt den Märkten am Morgen Auftrieb. Finanztitel wie Citigroup und J.P. Morgan legen an Wert zu. Die US-Konjunktur sei nun rapide abgekühlt. Auch Alan Grennspan gab bei seiner letzten Rede zu, dass eine deutliche Konjunkturabkühlung kaum übersehbar sei. Mit einer morgigen Senkung der Zinsen rechnen die wenigsten. Das Wall Street Journal machte am Morgen jedoch Hoffung auf mehr. Es würden bereits aggressivere Reaktionen auf die Wirtschaftsentwicklung disskutiert, so die Zeitung. Denn nun geht es um darum, das Risiko einer Rezession - nicht mehr das einer Inflation - zu reduzieren.



Die Kursgewinne bei Finanztiteln treiben den Index der Blue Chips in die Gewinnzone. Boeing treibt das Börsenbarometer ebenfalls in die Höhe, nachdem der Flugzeughersteller einen Großauftag von der chilenischen Fluggesellschaft Lan Chile erhielt. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 365 Millionen Dollar.



Auch Johnson & Johnson unterstützt den Index. Der Mischkonzern gewinnt im Patentverfahren gegen Boston Scientific. Im Streit um ein Medikament zur Behandlung von Herzerkrankungen erhält Johnson & Johnson nun 324 Millionen Dollar. Die Aktie notiert im Plus.



Schlechte Nachrichten ziehen dagegen Daimler Chrysler in die Tiefe. Crysler werde im vierten Quartal rund 1,25 Milliarden Dollar Verlust erwirtschaftet haben, meldete am Morgen eine Zeitung. Jürgen Schrempp, der sich noch nicht konkret zu zahlen äußerte, machte den starken US-Wettbewerb für das schlechte Ergebnis verantwortlich. Für die Markteinführung verschiedener Modelle habe der Konzern ebenfalls kräftig in die Tasche greifen müssen. Die Aktie verliert rund drei Prozent an Wert.



Den Nasdaq Index ziehen Kursverluste von Cisco Systems, Sun Microsystems und Nextel in die Tiefe. Der Index drehte nach anfänglichen Gewinnen in die Verlustzone. Kursverluste bei Online-Einzelhändler Etoys belasten den Sektor. Der Online-Spielzeughändler warnte die Anleger vor, dass das schlechte Weihnachtsgeschäft die Geschäftsdaten des dritten Quartals belasten dürfte. Statt des ursprünglich prognostizierten Umsatzes von 210 bis 240 Millionen Dollar erwartet das Unternehmen nun lediglich Einnahmen von 120 Millionen bis 130 Millionen Dollar. Die Aktie verliert fast 70 Prozent an Wert. Auch Amazon reißt es mit in den Strudel. Die Aktie notiert auf ihrem 52 Wochentief.



Time Warner

verliert bis zur Mittagsstunde ebenfalls an Punkten. Der Medienkonzern warnte vor einem rückläufigen Gewinnwachstum für das Gesamtjahr 2000. Die Analysten von UBS Warburg äußerten sich kritisch zum gesamten Medien- und Musiksektor. Time Warner hätten vor allem Kinoflops wie "Littel Nicky" Umsatzeinbuße beschert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%