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Indizes präsentieren sich unentschlossen

Es sind vorwiegend Fusionsnachrichten, die Märkte zum Wochenauftakt bewegen. Die einen sind gut, die andern eher unerfreulich. Mal im Plus, mal im Minus haben die wichtigen US-Aktienindizes die endgültige Richtung im frühen Handel noch nicht gefunden.

Nachdem das Pokern um die Fusion von Honeywell und General Electric vergangene Woche den Höhepunkt ereichte, haben sich die Gemüter mittlerweile wieder beruhigt. Die Hoffnung, dass ein Zusammenschluss zwischen dem Mischkonzern und General Electric noch nicht ganz ausgeschlossen ist, beflügelt am Morgen das Papier. Honeywell notiert im Plus.

Als recht eindeutig erweisen sich dagegen die Ereignisse bei den Übernahmebestrebungen von Tyson Food. Der Nahrungsmittel-Produzent muss das Angebot, den Schweine- und Rindfleischverarbeiter IBP zu übernehmen aufrecht erhalten. Das entschied ein Gericht am Freitagabend in Delaware. Zuvor hatte Tyson die Anfang des Jahres angebahnte Akquisition im März abgeblasen, nachdem Tyson einige Fehler in der Buchhaltung von IBP festgestellt hatte. Damals hatte Tyco für IBP 3,2 Milliarden Dollar geboten. Freuen können sich die Aktionäre von IBP. Das Papier konnte nach Bekanntgabe des Gerichtsbeschlusses rund 30 Prozent zulegen.

Gescheitert ist dagegen die bevorstehende Zusammenarbeit von Mircosoft und AOL-Time Beide Unternehmen werden ihre Software nicht gemeinsam vertreiben. Geplant war ursprünglich, die nächste Windows XP Version von Microsoft mit integriertem AOL-Internet Dienst auf den Markt bringen. Zu viele Streitfragen scheinen der Grund für den Misserfolg zu sein. Microsoft hatte im Austausch für die Integration des AOL-Internetzugangs gefordert, dass die AOL - Software die eigene digitale Audio- und Videotechnologie unterstützen sollte. Zudem beharrte Microsoft darauf, neben dem AOL E-mail Dienst das eigene Instant-Message-Produkt für Echtzeitmitteilungen anzubieten.

Neuigkeiten gibt es am Morgen auch von der Gewinnwarnungsfront. Level 3 warnt vor schlechten Quartalszahlen. Der Telekommunikations- und Informationsdienstleister gesellt sich in die Reihe der gewinnwarnenden Unternehmen und reduziert die Prognosen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr. Das Unternehmen plant rund 1400 Arbeitsplätze zu streichen. Für das zweite Quartal bestätigte Level 3 jedoch die Porgnosen. Die Aktien verliert im frühen Handel über zehn Prozent an Wert.

Kleine Rekorde werden heute im Sektor für kleine Computer gefeiert. Compaq, der weltgrößte Hersteller von Heimcomputern, verkaufte im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres mehr elektronische Notizbücher als seine Konkurrenten Palm und Handspring. Das belegt zumindest eine Studie des Marktforschungsinstituts Gartner Dataquest. Die Aktie notiert dennoch im Handel leichter. Handspring und Palm tendieren ebenfalls schwächer.

Wenig festlich ist auch die Stimmung im dem Softwaresektor. Die schleppende Nachfrage im dem PC-Markt nährt die Spekulationen, dass auch Microsoft eine Gewinnwarnung aussprechen könnte. Rund 40 bis 50 Prozent von Microsofts Gesamtumsatz ist von der Nachfrageentwicklung auf dem PC-Marktes abhängig. Laut Brokerhaus Merrill Lynch deutet bereits die nachlassende PC-Nachfrage bei taiwanesischen Herstellern auf einen Umsatzeinbruch auf dem PC-Sektor hin. Die Analysten empfehlen Microsoft jedoch weiterhin mit "zukaufen".

Der Pharmasektor kommt am Morgen in Bewegung. Der Wettbewerb zwischen Eli Lilly und Pfizer dürfte sich künftig verschärfen. Darauf weisen die Analysten von Merrill Lynch am Morgen hin. Das Investmenthaus geht davon aus, dass das Psychopharmazeutikum Zyprexa bedeutende Konkurrenz von einem neuen Produkt von Pfizer bekommt. Pfizer produziert das Medikament Geodon, das bei den nahezu gleichen Krankheitssymptomen verschrieben wird. Das Brokerhaus stuft die Aktie von "kurzfristig kaufen" auf "kurzfristig akkumulieren" ab. Langfristig orientierten Anlegern empfiehlt er, die Aktie zu kaufen. Pfizer, Merck und Bristol-Myers büßen vor Handelsbeginn ebenfalls an Wert ein.

Große Spannung herrscht im Technologiesektor. Analysten befürchten, dass Oracle, der weltgrößte Datenbankanbieter, heute nach Börsenschluss enttäuschenden Geschäftsdaten für das vierte Quartal vorlegen wird. Der Aktie scheint das bisher jedoch nicht zu schaden. Das Papier notiert im früh Handel im Plus. Analysten gehen für das vierte Geschäftsquartal von einem Gewinn in Höhe von 14 Cents je Aktie aus. Vor einem Jahr erwirtschaftete Oracle noch einen Überschuss von 16 Cents je Aktie. Vor kurzem erst hat der Softwarekonzern seine Prognose gesenkt. Der Grund für den Gewinnrückgang sollen unter anderem die rückläufigen Einnahmen aus dem Lizenzgeschäft mit Software sein. Das stetig steigende Angebot habe den Preisen und damit den Gewinnmargen geschadet.

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