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Indizes tendieren im Minus

Der Markt hadert immer noch mit einem relativ schwachen Euro. Die Gemeinschaftswährung hat zwar in den letzten Tagen durch das Eingreifen verschiedener Notenbanken ein wenig die Muskeln spielen lassen, ist aber dennoch eine Belastung für zahlreiche Unternehmen. Nach McDonalds, Gillette oder Goodyear Tire zeigen sich die Börsen heute auf Grund weiterer Gewinnwarnungen schwächer. Von den Unternehmen, die bisher einen Ausblick auf den Geschäftsverlauf des dritten Quartals gaben, haben 64 Prozent die Erwartungen nach unten geschraubt. Das ist ein höherer Anteil als noch im vergangenen Quartal.

Eastman Kodak führt seit Handelsbeginn die Verliererposition unter den 30 Standardwerten an. Grund: das Management warnte die Anleger, dass das laufende dritte und auch das vierte Quartal schwächer ausfallen werden als ursprünglich erwartet. Schuld daran seien unter anderem der Euro - in diesem Punkte hatte der Konzern schon im Frühjahr gewarnt - da ein Großteil der Umsätze in Europa erzielt werden. Außerdem belasten höhere Rohstoffkosten und die Investitionen im boomenden Digitalbereich die Unternehmenszahlen. Der September verlief nicht gerade berauschend, dabei hatte man auf diesen Monat besonders gehofft. Das größte Fotounternehmen muss heute den größten Kursverfall seit dem Börsenschock von 1987 einstecken - die Aktie verliert rund 20 Prozent.



Noch heftiger ist der Verlust für das Lexmark Papier. Das Unternehmen ist die Nummer Zwei bei der Produktion von Laserdruckern. Hier machten sich die starke Konkurrenz, beispielsweise zu IBM, und auch der Euro bemerkbar. Zudem ist der Umsatz bei Druckerpatronen stark zurückgegangen. Die Aktie steht unter keinem günstigen Stern: bereits im letzten Quartal hatte Lexmark seine Anleger mit einer Gewinnwarnung negativ überrascht. Jetzt scheinen auch die hartgesottenen Investoren die Laune an dem Papier zu verlieren. Auch Schnäppchenjäger lassen es heute links liegen. PaineWebber stuft die Aktie von "kaufen" auf "neutral" ab, ebenso senkt Bear Stearns die Empfehlung nur noch auf neutral. Lehman Brothers bleibt zwar bei "kaufen", aber die Analysten reduzieren das Kursziel von 100 auf 80 Dollar pro Aktie.



Microsoft

sorgt dafür, dass die Nasdaq nicht ganz ins Bodenlose stürzt. Nach einem zwischenzeitlichen Ausflug in positives Terrain ist die Technologiebörse nun wieder im Minusbereich. Der Softwaregigant konnte im laufenden Kartellrechtsverfahren einen Erfolg für sich verbuchen: nicht das oberste Gericht, der Supreme Court, sondern ein Berufungsgericht wird den Fall nun weiter verhandeln. Dieses hatte schon vor zwei Jahren zu Gunsten Microsofts entschieden. Die Aktie notiert nahe einem Zweijahrestief, verbessert sich heute aber um rund sechs Prozent. Für Anleger wird das Papier dennoch auch in Zukunft Unsicherheiten mit sich bringen. Schließlich tauchen in laufenden Gerichtsverfahren auch unangenehme Überraschungen auf. In diesem Fall wird sich ein endgültiges Urteil wohl um sechs bis zwölf Monate verzögern.



Die gestern veröffentlichten Quartalszahlen von Palm lassen die Aktie hochklettern. Die Börse honoriert, dass der Gewinn um 79 Prozent gestiegen ist. Die Verkäufe haben sich verdoppelt. Mit dazu beigetragen haben zahlreiche jüngst geschlossene Kooperationen, beispielsweise mit Motorola oder der japanischen NTT Docomo. Ganz ungetrübt sind die Daten allerdings auch nicht: die Gewinnmargen sind gesunken. Das heißt, Palm verdient pro Gerät etwas weniger. Außerdem konnte die Nachfrage wegen Lieferengpässen bei Zulieferern nicht befriedigt werden. Andere Organizer-Produzenten wie Microsoft, Sony und nicht zuletzt Handspring könnten den Marktführer in Bedrängnis bringen.

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