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Industrie für Studiengebühren

Berlin (dpa) - Die Industrieverbände haben die Forderung der Union nach einer Einführung von Studiengebühren unterstützt. Die Gebühren seien «überfällig», sagte Handelskammerpräsident Ludwig Georg Braun der «Berliner Zeitung».

Berlin (dpa) - Die Industrieverbände haben die Forderung der Union nach einer Einführung von Studiengebühren unterstützt. Die Gebühren seien «überfällig», sagte Handelskammerpräsident Ludwig Georg Braun der «Berliner Zeitung».

«Unsere Hochschulen brauchen mehr Eigenverantwortung und die beginnt beim Geld. Mit Studiengebühren erhalten Hochschulen einen Anreiz, ständig ihre Lehr- und Forschungsqualität zu verbessern und Studenten den Anreiz, schneller zu studieren», sagte der Chef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (Dihk).

Auch Industriepräsident Michael Rogowski sagte dem Blatt: «Gebühren haben eine ganze Reihe positive Effekte für das Hochschulsystem. Sie fördern den Wettbewerb zwischen den Hochschulen. Die Studenten könnten als zahlende Kunden darauf bestehen, dass die Studienangebote praxisorientierter und schneller studierbar sind», sagte der Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI).

Zugleich sprachen sich die beiden Funktionäre für ein Stipendiumsystem aus. Parallel zu den Studiengebühren brauche man «deutlich mehr Stipendien, damit Begabung und nicht Geld über ein Studium entscheidet», sagte Braun.

Der hessische SPD-Bildungspolitiker Michael Siebel schlug in einem dpa-Gespräch in Wiesbaden eine Bildungssteuer vor. «1000 Euro Studiengebühr pro Studierendem und Jahr lösen das Problem der Unterfinanzierung der Hochschulen überhaupt nicht», sagte Siebel zu den Plänen der Unions-Länder. Stattdessen bräuchten die Länder ein eigenes Steuererhebungsrecht für die Bildung. Wie diese Steuer organisiert werden solle, werde derzeit diskutiert. «Denkbar ist auch ein Anteil an der Mehrwertsteuer.»

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) bekräftigte in der «Süddeutschen Zeitung» ihr Nein zu Studiengebühren: «Ich halte Gebührenfreiheit für das Erststudium für eine kulturelle Errungenschaft.» Grünen-Chef Reinhard Bütikofer sieht das ähnlich: «Wenn wir wettbewerbsfähig sein wollen mit anderen Volkswirtschaften müssen wir einen höheren Prozentsatz eines Jahrgangs an das Studium heranführen. Das schafft man nicht, indem man neue Hürden schafft», sagte er dem Nachrichtensender n-tv.

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