Industrie macht Musiktauschbörsen für sinkende Verluste verantwortlich
Richter lehnt Kauf von Napster durch Bertelsmann ab

Das Urteil bedeutet nach Einschätzung von Richter Peter Walsh wahrscheinlich das Ende des Unternehmens. Walsh traf seine Entscheidung in Wilmington (US-Bundesstaat Delaware) nach zweitägigen Anhörungen, berichtete die Wirtschaftsagentur Bloomberg.

HB/dpa WILMINGTON. Bertelsmann war bei einer Versteigerung der Napster-Vermögenswerte durch eine vom Gläubigerausschuss beauftragte kalifornische Investmentbank der einzige Bieter gewesen. Zwei wichtige Vertreter der Musikindustrie, die Music Publishers Association und die Recording Industry Association of America (RIAA), hatten sich jedoch gegen den Verkauf an Bertelsmann ausgesprochen.

Trotz jüngster anders lautender Studien macht die Industrie weiter die Musiktauschbörsen im Internet für sinkende Umsätze verantwortlich. Die Verkäufe von Audio-CDs seien in den USA im ersten Halbjahr 2002 um 5,3 % im Vergleich zum Vorjahr gefallen, teilte RIAA mit. Schuld sei vor allem der illegale Tausch von Musikstücken über die verschiedenen Napster-Nachfolger.

Die einstmals populäre Tauschbörse mit damals mehr als 60 Mill. Kunden musste im Sommer letzten Jahres nach Millionenklagen der Musikindustrie wegen Verletzung von Urheberrechten vom Netz gehen. Im vergangenen Juni hatte Napster nach amerikanischem Konkursrecht Gläubigerschutz beantragt. Der deutsche Medien-Konzern Bertelsmann, der seit dem Jahr 2000 etwa 80 Mill. $ in Napster gesteckt haben soll, reichte ein Gebot für die Napster - Vermögenswerte in Höhe von 14 Mill. $ ein

.

Nach den Plänen von Bertelsmann sollte die Tauschbörse längst als gebührenpflichtiges Musikangebot wieder an den Start gehen. Zuletzt scheiterte ein Neustart an der Weigerung der Musikkonzerne, der Tauschbörse die Lizenzen für einen genügend großen Musikkatalog zu erteilen. Das Ausscheiden des vormaligen Bertelsmann-Chefs Thomas Middelhoff im Juli hatten Experten als Anfang vom Ende Napsters gewertet.

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