Industrie-Messe
Hannover kämpft gegen Abwanderung

Die Hannover Messe gibt sich eine neue Struktur und will damit ihre Attraktivität wieder verbessern.

gil DÜSSELDORF. Vom Jahr 2005 an sollen unter dem Motto "Zwei Messen - ein Ziel" die Fertigungs- und die Prozessindustrie im jährlichen Wechsel die Schwerpunkte der Industriemesse setzen. In den ungeraden Jahren, so Sepp Heckmann vom Vorstand der Deutschen Messe AG in Hannover, soll vor allem die Autoindustrie und ihre Zulieferer, der Maschinen- und Anlagenbau und die Elektrotechnik angesprochen werden. In den geraden Jahren werden Aussteller der chemischen Industrie sowie Energieversorger gezielt adressiert.

Auslöser für den Sinneswandel der Hannover Messe ist die Unzufriedenheit von Ausstellern. Diese hatten häufig die Unübersichtlichkeit der nach der Cebit weltweit größten Industriemesse mit jetzt 6 200 Ausstellern beklagt. So fühlen sich viele Aussteller aus der Robotik in Hannover unzureichend präsentiert. Die Prozesstechniker liebäugeln deshalb mit einer eigenen Messe in München. Ein Sprecher bestätigte, dass die Messe München ein Konkurrenzangebot abgegeben habe. Seine Entscheidung will der VDMA heute in Frankfurt bekannt geben.

Einen anderen wichtigen Bereich hat die Hannover Messe bereits verloren: Die Aussteller für den Bereich Materialfluss und Logistik haben sich für eine eigene Fachmesse Cemat entschieden. Diese soll im Oktober 2005 erstmalig starten. Die Deutsche Messe AG konnte die Aussteller allerdings in Hannover halten. Die neue Cemat soll alle drei Jahre in Hannover stattfinden.

Unterstützung erhalten die Messemanager aus Hannover vom Verband der Elektroindustrie. Dessen Präsident Dietmar Harting, der auch im Ausstellerbeirat der Hannover Messe sitzt, ist gegen eine Zersplitterung der Messen. "Wir bauen auf das Konzept einer Weltleitmesse der Industrie in Deutschland", sagte Harting in Hannover. Auch BDI-Präsident Michael Rogowski hatte sich stets gegen eine Zersplitterung der Messelandschaft ausgesprochen.

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