Industrie stagniert
US-Einkaufsmanagerindex im August niedriger als erwartet

Die wirtschaftliche Aktivität im Verarbeitenden Gewerbe der USA hat nach einer Umfrage unter Einkaufsmanagern im August stagniert und damit die Sorgen über das Erholungstempo der US-Konjunktur verstärkt. Nach der Veröffentlichung des Berichts gingen die Kurse an den Aktienmärkten weiter zurück.

Reuters NEW YORK. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager blieb im August unverändert zum Vormonat bei 50,5 Punkten, wie das Institute of Supply Management (ISM) am Dienstag mitteilte. Analysten hatten einen Anstieg auf 51,6 Zähler prognostiziert. Ein Wert von über 50 Punkten deutet auf eine Expansion im Verarbeitenden Gewerbe hin, Werte darunter zeigen ein Schrumpfen des Sektors an.

Viele Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe seien besorgt über die Umsätze im zweiten Halbjahr, teilte das Institut am Dienstag weiter mit. Der Index für die Neuaufträge ging auf 49,7 (Juli 50,4) Zähler zurück und signalisierte damit zum ersten Mal seit November 2001 einen Rückgang des Neugeschäfts.

Der Leiter der Umfrage-Abteilung des ISM, Norbert Ore, sagte, ein Indexstand der Neuaufträge von um 50 Punkten in einem weiteren Monat würde eine reale Schwäche im zweiten Halbjahr andeuten. Die August-Umfrage weise aber nicht auf eine Schrumpfung beim Verarbeitenden Gewerbe in den kommenden Monaten hin, fügte er hinzu.

Zahlen enttäuschen Analysten

Analysten zeigten sich enttäuscht über die ISM-Daten. Der Einkaufsmanagerindex "macht niemanden glücklich über die US-Wirtschaft", sagte Cary Leahey von der Deutsche Bank Securities. "Die Zahlen deuten an, dass der produzierende Teil der Wirtschaft wächst - aber in einem sehr sehr langsamen Tempo", sagte Hugh Johnson, Analyst bei First Albany Corp. "Sie signalisieren auch, dass die Lagerbestände aufgebaut werden und das ist nicht gut im Hinblick auf die zukünftige Produktion im Verarbeitenden Gewerbe. Die Zahlen sind enttäuschend und der Markt spiegelt dies wider", fügte Johnson hinzu.

Nach den schwächer als erwartet ausgefallenen Zahlen bauten die US-Börsen ihre Verluste aus. Das schleppende Wachstum im Verarbeitenden Gewerbe verstärke die Besorgnis über den Zustand der US-Wirtschaft, sagten Analysten. Der Dow-Jones-Index lag rund eine Stunde nach der Veröffentlichung des ISM-Einkaufsmanagerindexes mit 3,16 Prozent im Minus bei 8389,47 Punkten. Der Nasdaq-Index notierte 3,13 Prozent tiefer bei 1273,63 Punkten.

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