Industrie- und Internetwerte gefragt
Neuer Markt baut Feiertagsgewinne aus

Hat er die Kurve endlich gekriegt? Diese Frage beschäftigt viele Anleger am Neuen Markt - doch die Antwort steht immer noch aus. Nachdem die Kurse am Wachstumssegment am Tag der Deutschen Einheit mit amerikanischer Hilfe gegen Abend kräftig angezogen waren, rechneten Pessimisten am Donnerstag schon wieder mit Gewinnmitnahmen.

HB FRANKFURT/M. Zumal die Kurstafeln an den Feiertagen nach Einschätzung vieler Aktienhändler wegen der vergleichsweise niedrigen Volumina bloß Zufallskurse anzeigen. Die befürchteten Kursabschläge bei den Titeln, die sich zuvor etwas erholt hatten, bleiben jedoch aus. Stattdessen beherrschten neue Zuwächse das Bild, dank einer Reihe ermutigender Veröffentlichungen von Analysten und erneut positiver Signale aus den USA.

Am gefragtesten waren die Titel aus den Bereichen Industrie- und der Internet. Die Papiere des Automobilzulieferes W.E.T. verbuchten dank einer Empfehlung von HSBC Trinkaus & Burckhardt ein Plus von über 11 % auf 33,10 Euro. Die Analysten raten dazu, die Papiere des Sitzheizungsspezialisten mit einem Kursziel von 35 Euro aufzustocken. D.Logistics zogen um beinahe 20 % auf 7,94 Euro an. Im Internetsektor erfreute das Schwergewicht T-Online nach einer Kaufempfehlung von SES Research mit einem Plus von fast 10 % auf 6,35 Euro. Focus Digital (plus 8,2 % auf 2,90 Euro) und Tomorrow Internet (plus 16 % auf 2,36 Euro) bekamen von den Kartellbehörden grünes Licht für die geplante Fusion.

Auf der Gewinnerseite verzerrten die extremen Kursschwankungen einiger Aktien aus dem Penny-Stock-Bereich das Bild. So kletterte die Papiere der zahlungsunfähigen Internet-Agentur Popnet zeitweise um über 40 %. Auch die Aktien des Online-Reisebüros Travel 24 verbuchten ein spektakuläres Kursplus von über 16 % - auf gerade einmal 0,65 Euro. Die Börse bemüht sich redlich, diesem hässlichen Treiben am Neuen Markt ein Ende zu setzen: Nach Kabel New Media wird Anfang November auch die ebenfalls Zahlungsunfähige Management Data AG vom Kurszettel verschwinden. Deren Aktie verlor daraufhin mehr als 22 % auf 0,28 Euro. Ein ähnliches Schicksal droht auch der Prodacta AG : Die Firma rechnet mit der Eröffnung des Insolvenzverfahren am 1. November. Mit dem Vorstandschef, der zum 31. Oktober zurücktritt, verließen offenbar auch viele Aktionäre das Boot. Der Aktienkurs brach jedenfalls um mehr als 40 % auf 0,10 Euro ein.

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