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Industriekonzerne investieren weiter in Informationstechnologie

Reuters HANNOVER. Führende deutsche Industriekonzerne wollen trotz der weltweit eingetretenen Ernüchterung in der "New Economy" weiter in Informationstechnologie investieren. Das bei Volkswagen für Konzernstrategie zuständige Vorstandsmitglied Jens Neumann sagte am Montag auf der Hannover Messe, der Automobilhersteller werde wie geplant weiter jährlich bis zu 300 Mill. DM in Informations- und Kommunikationstechnologie (IT) investieren. In der Verknüpfung von Produktionsprozessen liege "Gold" begraben, das nur gehoben werden müsse. Bei ThyssenKrupp steht nach Unternehmensangaben dabei der elektronische Handel über das Internet im Vordergrund.

Herkömmliche Einsparungen erbrächten nicht das gleiche Potenzial, wie es durch die Verknüpfung von Produktionsprozessen mittels Computer- und Internettechnologie möglich sei, sagte Neumann weiter. Ein Einsparvolumen für den VW-Konzern bezifferte er allerdings nicht. Volkswagen will nach früheren Angaben seinen Gewinn im laufenden Geschäftsjahr unter anderem mit Hilfe von Einsparungen auf einen neues Rekordniveau steigern.

Der Vorstandschef der Thyssen Krupp AG, Gerhard Cromme, sagte auf der gleichen Veranstaltung, große Unternehmen wollten "die Stunde nutzen", um bei der Anwendung von Informationstechnologie gegenüber den USA aufzuholen. "Wir machen eher mehr e-Commerce als weniger", sagte Cromme. ThyssenKrupp investiert seinen Angaben zufolge viele hundert Mill. DM in neue Technologien.

Im Vordergrund stehen dabei so genannte B2B-Projekte, bei denen Unternehmen über Marktplätze im Internet Geschäfte miteinander abwickeln. Volkswagen wickelt auf diese Weise bereits einen Teil seines Einkaufs über Online-Auktionen ab, und KruppThyssen steht als ein Zulieferer von Volkswagen über das Datennetz mit dem Autokonzern in Verbindung. Neumann sagte, je produziertem Auto seien Einsparungen von rund 1000 Mark möglich.

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Michael Rogowski, verwies indes auf dem vom "Handelsblatt" veranstalteten Diskussionsforum zur Zukunft der Industrie in der Netzwirtschaft auf die Unsicherheit vieler Firmen hinsichtlich der schwächelnden Konjunktur hin. Dies könne dazu führen, dass sich Unternehmen bei Investitionen in die IT-Technik zurückhielten, sagte Rogowski.

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