Industrieländer streichen armen Staaten zunächst keine weiteren Schulden
G7 sieht Talsohle der US-Konjunktur erreicht

Die sieben führenden Industrienationen (G-7) sind nach Worten eines italienischen Regierungsvertreters zuversichtlich, dass die US-Konjunktur ihre Talsohle erreicht hat. In dem Kommunique gingen die G-7-Staaten von einer Besserung der US-Konjunktur im dritten und vierten Quartal aus, sagte der Vertreter am Freitag in Genua am Rande des dreitägigen G-7-Gipfels.

Reuters GENUA. "Die US-Wirtschaft scheint die Talsohle erreicht zu haben", fügte er hinzu. Zudem werde in dem Bericht "Anerkennung und Unterstützung" für die bisher von der argentinischen Regierung ergriffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der schweren Finanzkrise des Landes ausgedrückt.

Die G7-Staaten betonten heute zudem, dass man den ärmsten Ländern der Welt zunächst keine weiteren Schulden streichen wolle. Sie zeigten sich vielmehr zufrieden mit dem bereits erreichten Fortschritten bei der Entschuldung. Nach dem Kölner Gipfel im Juli 1999 hatten die G-7-Staaten über den Internationalen Währungsfonds (IWF) und die Weltbank Entschuldungsprogramme für 23 der 41 ärmsten Länder der Welt in Gang gebracht. Zwölf weitere Staaten erfüllen die offiziellen Auflagen nicht; viele von ihnen sind in Kriege verstrickt. Die Länder, die sich noch nicht qualifiziert hätten, sollten die Waffen abgeben und rasch die notwendigen wirtschaftlichen und sozialen Reformen einleiten, hieß es in der Schlusserklärung der G-7-Chefs.

Von dem Schuldenerlass im Rahmen der Kölner Initiative profitieren Benin, Bolivien, Burkina Faso, Gambia, Guinea, Guinea-Bissau, Guyana, Honduras, Kamerun, Madagaskar, Malawi, Mali, Mauretanien, Mosambik, Niger, Nicaragua, Ruanda, Sambia, Sao Tomé und Principe, Senegal, Tansania, Tschad und Uganda. Nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen wurden diesen 23 Staaten bislang 54 Milliarden Dollar an Schulden gestrichen. Kritiker bemängeln, dass der Schuldenerlass an zu strikte Bedingungen geknüpft und auf eine zu lange Zeit verteilt sei. Damit drohten die ärmsten Länder schon in wenigen Jahren wieder zahlungsunfähig zu sein.

Die Regierungen der sieben führenden Industrienationen - USA, Kanada, Japans, Italien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland - haben am Freitagvormittag mehrere Stunden über die Lage der Weltwirtschaft beraten. Im Tagesverlauf wird auch Russlands Präsident Wladimir Putin zu dem noch bis Sonntag dauernden Gipfel hinzustoßen.

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