"Industrielle und geschäftliche Verbindung"
Preussag steigt bei Nouvelles Frontières ein

Der in Hannover ansässige Konzern will der größte Reiseanbieter der Welt werden. Doch noch muss die EU-Kommission der Allianz zustimmen.

dpa PARIS. Der Preussag-Konzern (Hannover) will mit dem Einstieg beim französischen Reiseveranstalter Nouvelles Frontières (NF) größter Reiseanbieter der Welt werden. Preussag werde bis zum März 2002 schrittweise die Sperrminorität von 34 % des Kapitals von Nouvelles Frontières erwerben, bestätigte NF am Dienstag in Paris. Beide Konzerne wollten eine "industrielle und geschäftliche Verbindung" eingehen. Die EU-Kommission muss der Allianz noch zustimmen.

Vom November an soll Preussag einen ersten Anteil von 6 % von NF erwerben. Im Januar 2001 sollen weitere 7 % folgen, vor einer Kapitalerhöhung von 250 Mill. Franc (75 Mill. DM), die für März des gleichen Jahres vorgesehen ist. Im Januar 2002 werden weitere fünf Prozent an Preussag übergehen und im März 2002 wird eine neue Kapitalerhöhung von 250 Mill. Franc den Anteil der Preussag auf 34 % steigen lassen.

Der Präsident von NF, Jacques Maillot, werde zusammen mit seinen fünf Geschäftspartnern die Mehrheit des Kapitals behalten. Maillot hielt bisher alleine 50,99 % der Anteile.

NF hat 6 000 Mitarbeiter und bezeichnet sich selbst als größtes französisches Reiseunternehmen. Es hat eine eigene Hotelkette mit 22 Häusern (Paladiens), eigene Reisebüros, ein Mietwagen-Unternehmen (Pop´s Car) und die Fluggesellschaft Corsair mit zwölf Flugzeugen, die im vergangenen Jahr zwei Mill. Passagiere beförderten.

NF hat zuletzt 1998 einen Umsatz von 1,4 Mrd. Euro und einen Gewinn von 18,5 Mill. Euro ausgewiesen. Die Jahresergebnisse 1999 wurden noch nicht veröffentlicht.

Preussag werde mit NF und dem kürzlichen Kauf des britischen Reiseveranstalters Thomson Travel größter Reiseanbieter der Welt, hieß es. Die Preussag-Sparte TUI und Thomson Travel haben zusammen 23,6 Mrd. DM Umsatz und 17,4 Mill. Kunden. Erst in der vergangenen Woche hatte der Chef der französischen Hotelgruppe Accor, Jean-Marc Espalioux, Interesse an einem Bündnis mit der Preussag bis hin zur Kapitalverflechtung signalisiert.

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