Industrieproduktion bricht ein
Ungarn schnürt Banken-Notpaket

Ungarn will den durch die globale Finanzkrise angeschlagenen Banken mit einem Notpaket im Umfang von umgerechnet rund 2,3 Mrd. Euro (600 Mrd. Forint ) helfen. Finanziert werden soll das Paket aus dem 20 Mrd. Euro umfassenden Kreditrahmen, den der Internationale Währungsfonds (IWF), die Europäische Union (EU) und die Weltbank in der vergangenen Woche Ungarn zugesprochen hatten.

HB BUDAPEST. Den Umfang bezifferte der Gouverneur der Ungarischen Nationalbank (MNB), Andras Simor, am Donnerstag in Budapest auf 600 Mrd. Forint (2,3 Mrd. Euro).

Die Hälfte des angekündigten Pakets wird den Banken für Kapitalaufstockungen angeboten, die andere Hälfte für die Schaffung eines Garantiefonds verwendet. Gleichzeitig erwirbt Ungarn Anteile an den betroffenen Geldinstituten im Verhältnis zu dem zur Verfügung gestellten Kapital. "Das Paket ist notwendig, damit die ungarischen Banken keinen Wettbewerbsnachteil gegenüber den europäischen Instituten erfahren", betonte der ungarische Notenbankchef.

Ungarn war wegen seiner hohen Auslandsverschuldung von der Finanzkrise besonders hart getroffen worden. Die Geldmärkte kamen im Vormonat größtenteils zum Erliegen. Die meisten ungarischen Banken befinden sich in ausländischem Besitz. Der Vizevorsitzende des oppositionellen rechten Bundes Junger Demokraten (FIDESZ), Mihaly Varga, sagte, die Regierung würde "den hauptsächlich in ausländischer Hand befindlichen Banken auf Kosten der ungarischen Steuerzahler helfen". Der Analyst Zoltan Reczey vom Börsenhaus Buda-Cash meinte, dass eher wenige Institute von dem Notpaket Gebrauch machen würden.

Die Finanzkrise schlug unterdessen auch in Ungarn voll auf die Industrieproduktion durch. Diese verringerte sich im September um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das Statistische Zentralamt in Budapest mitteilte. Zugleich müssen immer mehr Ungarn um ihre Arbeitsplätze fürchten. Den bisher größten Jobabbau seit Beginn der Finanzkrise gab der US-Konzern General Electric (GE bekannt, der sich von 500 Mitarbeitern trennt.

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