Industrieproduktion im April enttäuscht
Japans Wirtschaft zeigt sich erneut kraftlos

Die Aussichten auf einen baldigen Konjunkturaufschwung in Japan wurden am Donnerstag erneut getrübt. Nur wenige Bereiche entwickelten sich positiv.

vwd TOKIO. Die japanische Industrieproduktion hat sich im April nach vorläufigen Angaben deutlicher abgeschwächt, als prognostiziert. Wie das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) am Donnerstag berichtete, sank die Produktion saisonbereinigt und gegenüber dem Vormonat um 1,2 Prozent.

Volkswirte hatten im Vorfeld einen Rückgang von glatt einem Prozent vorhergesagt. Gegenüber dem Vorjahresmonat ergab sich ein Plus von 3,6 Prozent. Im März war auf Vormonatssicht ein Anstieg um 0,1 Prozent und im Jahresvergleich eine Erhöhung von 4,1 Prozent verzeichnet worden.

Schlechte Aussichten für japanische Firmen

Die Aussichten für japanische Exporteure sind derzeit aufgrund der schwächeren Wachstumsperspektiven in Europa und den USA eingetrübt. Zugleich belastet die Lungenkrankheit SARS die japanische Produktion, da bislang noch unklar ist, inwieweit sich die Auswirkungen der Krankheit auch in Japan niederschlagen, weshalb sich japanische Produzenten in Zurückhaltung üben. Vor allem der Ausrüstungssektor verzeichnete deutliche Abschläge, hier ergab sich im April auf Vormonatssicht ein Minus von 10,9 Prozent.

Positiver stellte sich hingegen die Lage im Bereich Transportausrüstungen dar, wo ein Produktionsplus von 2,4 Prozent gemeldet wurde, was auf steigende Pkw-Ausfuhren nach Nordamerika zurückzuführen sei.

Offiziell noch kein negativer Einfluss von SARS auf die Wirtschaft

Das METI ließ seine Einschätzung, dass sich die japanische Industrieproduktion auf einem schwachen Entwicklungspfad befindet, unverändert, behielt aber auch seine Prognose bei, dass sich in den kommenden beiden Monaten positive Wachstumsraten ergeben werden. So schätzt das Ministerium, dass sich im Mai ein Plus der Industrieproduktion von 2,6 Prozent und im Juni von 1,1 Prozent ergibt. Allerdings gelten die Vorhersagen des METI als vergleichsweise optimistisch.

Hinsichtlich der Effekte der Lungenkrankheit SARS bemerkte ein Sprecher des Ministeriums, trotz einiger Bedenken könne noch kein negativer Einfluss ausgemacht werden. Ebensowenig habe sich nach den Angaben der Unternehmen der Kriegsverlauf im Irak auf die Produktion niedergeschlagen.

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